👁️ 14. April 2017: Sea-Eye rettete 411 Menschen

Aus dem Logbuch der Mission 3 von Sea-Eye

Heute (14.4.2017) waren nach einigen Tagen schlechten Wetters bei ruhiger See insgesamt 18 Boote mit ca. 2000 Menschen vor der libyschen Küste unterwegs, die gerettet wurden. Das Zusammenspiel der beteiligten NGOs mit dem MRCC (Seenotrettungszentrale in Rom) und zum Teil der italienischen Küstenwache hat hervorragend funktioniert.

Gegen 05:15 Uhr machten wir uns nach einem Funkspruch mit dem MRCC auf den Weg zur Iuventa (Schiff von Jugend rettet), um ihr zur Hilfe zu eilen.

Währenddessen teilte Aquarius (Schiff von SOS Méditeranée) uns zwei Positionen von Schlauchbooten mit. Angekommen an der ersten Position fanden wir ein Boot mit ca. 130 Personen vor, die wir mit Schwimmwesten versorgten und danach an die Aquarius übergeben haben.

Während der Versorgung des Bootes erreichte uns ein Anruf vom MRCC mit einer neuen Positionsangabe. Wir sollten umgehend dorthin. Auf dem Weg dorthin sichteten wir ein weiteres Boot mit 127 Personen an Bord (davon 32 Frauen, vier davon schwanger). Während der Versorgung dieses Bootes sichteten wir ein drittes Boot, ca. 3,5 Seemeilen von dem zweiten Boot entfernt. Die nahe gelegene Vos Prudence (Schiff von Ärzte ohne Grenzen) konnte uns nicht helfen, da sie bereits mit der Versorgung von mehreren Booten ausgelastet war. Wir haben entschieden, die Menschen direkt vom Schlauchboot an Bord zu nehmen. Unmittelbar danach ist unser Schlauchboot sowie die Sea-Eye zum dritten Schlauchboot aufgebrochen. In diesem stark überfüllten Boot befanden sich 154 Personen, die keinen Platz zum Sitzen hatten und allesamt standen. Die Situation im Boot war angespannt und sehr unruhig. Nach dem Austeilen der Rettungswesten haben wir die Vos Prudence gerufen, die diese 154 Personen an Bord nahm.

Am Nachmittag begann die Vos Prudence die 127 Personen von unserem Schiff mit zwei Booten zu ihnen zu shutteln.

Insgesamt haben wir heute 411 Personen (davon 40 Frauen und 12 Kinder) vor dem sicheren Ertrinken gerettet.