Sea-Eye rettet 26 Libyer aus Seenot

Sorry, this entry is only available in German. For the sake of viewer convenience, the content is shown below in the alternative language. You may click the link to switch the active language.

Sea-Eye: Einsatz vom 10. Oktober 2017

Bericht der SeaEye-Crew, Mission 15

Unsere Nachtruhe endete heute bereits um 02.44, als uns das MRCC einen Notruf meldete und uns den Auftrag erteilte, ein Holzboot zu finden. Um 06.51 Uhr erreichten wir die Position und suchten dann in Zusammenarbeit mit der Vos Hestia ein Gebiet nord-westlich von dieser Position ab.

Um 12.30 Uhr entschlossen wir uns, einem Fischerboot zu folgen, welches versuchte, sich uns zu entziehen. Das Fischerboot hielt Kurs auf die Bohrinsel FOI Didon mit ca. 5 Knoten. Jeder Versuch von uns, sich zu nähern, wurde von dem Boot ausmanövriert. Wir entschieden uns daher, das Boot aufzuklären. Als wir uns auf ca. eine Meile näherten, erkannten wir, dass ungewöhnlich viele Personen an Bord waren. Schließlich erkannten wir auch Kleinkinder, und versuchten, die Bootsflüchtlinge mit Handzeichen und Rufen zum Stoppen zu bewegen. Erst als wir uns auf ca. 200m genähert hatten, erkannten die Migranten, dass wir keine Gefahr für sie sind.

Schließlich starteten wir unsere gewohnte Rettungsprozedur und informierten das MRCC und die Vos Hestia. An Bord des Fischerbootes befanden sich 20 Männer, drei Frauen (eine Frau war schwanger und behandlungsbedürftig), 2 Kinder und ein Säugling.

Wir evakuierten das Flüchtlingsboot, um die Migranten um 15.25 Uhr an die Vos Hestia zu übergeben. Um 16.25 wurde der Einsatz zwar beendet, aber wir wurden gebeten, im Einsatzgebiet zu bleiben, weil möglicherweise noch ein Boot ermittelt wird.

Erstmalig haben wir ein Fischerboot als Fluchtvehikel gesehen. Möglicherweise haben wir es zukünftig mit einem ganz anderen Fluchtverhalten zu tun, da sich die Migranten der aktuellen Situation anpassen und alternative öglichMkeiten suchen, um Libyen zu verlassen und sich ausserhalb des Landes in Sicherheit zu bringen.

Die Geflüchteten gaben sich als Libyer aus und berichteten uns an Bord von willkürlicher Gewalt in ihrem Heimatland. Es sei unmöglich dort weiter leben zu können.

Wir sind dankbar für die Kooperation mit Save the Children und bedauern die Entscheidung, dass die Vos Hestia aus dem Einsatzgebiet abgezogen werden soll.