„Frontex“ attackiert Lebensretter – Sea-Eye reagiert

Die private Lebensrettungs-NGO Sea-Eye hat auf die Vorwürfe des „Frontex“-Direktors Fabrice Leggeri reagiert und der europäischen Grenzschutzagentur bei der Aufklärung des Schleusertums volle Unterstützung angeboten.

Leggeri hatte in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ vom 27.2.2017 den Hilfsorganisationen vorgeworfen, durch ihre Einsätze die Arbeit der Schleuser zu begünstigen.

In einem Schreiben an Frontex betont Sea-Eye-Vorsitzender Michael Buschheuer, dass sich seine Organisation von Anfang an entschieden gegen die verbrecherischen Schlepper-Organisationen ausgesprochen hat. „Schlepper sind Mörder,“ erklärt Buschheuer. Daher bezeichnet er es als besonders „absurd“, wenn aus Kreisen der EU und von Militärs der Vorwurf der Kollaboration zwischen NGOs und den Schleusern erhoben werde. Dies habe Sea-Eye stets strikt abgelehnt.

Buschheuer weiter: „Insofern bieten wir Frontex, der Küstenwache und anderen polizeilichen Institutionen unsere aktive Mithilfe bei der Aufdeckung von Schleuseraktivitäten an.“

Sea-Eye geht in dem Schreiben an Leggeri sogar noch einen Schritt weiter und gewährt Frontex „voll umfänglichen Einblick in unsere wirtschaftliche und organisatorische Struktur“.

Das Rettungsschiff Sea-Eye, das seit April 2016 vor der libyschen Küste kreuzt, um Schiffbrüchige und Ertrinkende zu retten, erhält seine Notrufe von der Seenotrettungsleitstelle MRCC in Rom, oder der Einsatz erfolgt aufgrund eigener Sichtungen von Schlauchbooten oder durch Hilferufe benachbarter Rettungsschiffe anderer NGOs.

Im vergangenen Jahr hat Sea-Eye 5568 Menschen aus Seenot gerettet. Am 7. März setzt Sea-Eye seine Missionen vor der libyschen Küste fort. Dann geht „Mission 1“ von Licata (Sizilien) aus auf neue Rettungsfahrt.