Gorden Isler: Überlebenskampf auf Mission 6

Gorden Isler und das gerettete Kind an Bord der Sea-Eye. Foto: Erik Marquardt

 

Die Art und Weise wie ich lebe, bedingt die Art und Weise wie du stirbst.

Vom ehrenwerten Versuch, eine ungerechte Welt erträglicher zu machen.

Der Boden unter mir wippt leicht von der einen auf die andere Seite. Es ist nahezu windstill. Die Mittagssonne hat uns an diesem Donnerstag erbarmungslos erfasst. Der 60 Jahre alte, zum Rettungsschiff umgebaute Fischkutter Sea-Eye trägt uns sicher über die Gewässer vor den libyschen Küsten.

Inzwischen trennen uns nur noch 14 Seemeilen von dem Land, aus dem an diesem Tag mehr als 2000 Menschen auf 16 Gummibooten geflohen sind. Mehr als 500 dieser Seelen warten in akuter Lebensgefahr, an Backbord und Steuerbord der Sea-Eye, in vier Gummibooten auf Rettung. Auf meinem Arm halte ich einen kleinen Jungen aus Nigeria. Er ist ungefähr drei Jahre alt, nur ein Jahr älter als meine Tochter, die sicher bei ihrer Mutter in Deutschland auf meine Heimkehr wartet.

Der Junge umklammert mich ganz fest. Er, seine Schwester und seine Eltern sind endlich in Sicherheit auf dem 23 x 6 Meter großen Schiff. Er lächelt mich an und schaut begeistert über meine Schulter auf unser Schlauchboot Charlotti 2, mit dem wir ihn vor etwa zwei Stunden von einem schwarzen Gummiboot geborgen haben. Er klammert sich ganz fest an mich, und ich bemerke, dass mir seine feste Umarmung sehr gut tut. Ich bilde mir ein, dass ich seinen Herzschlag spüre. Vielleicht war es auch der meine.

So halten wir uns beinahe zehn Minuten gegenseitig fest. Ich muss kurz weinen, erlange meine Fassung aber schnell wieder zurück. Mir wird klar, dass er sein ganzes Leben wieder vor sich hat, nachdem unsere gemeinsame Welt und viele Menschen alles dafür taten, dass er in eine solch gefährliche Situation gelangte. Es ist die gleiche Welt, die mir, meiner Frau und meiner Tochter, auf der anderen Seite der blauen Grenze, ein Leben in Frieden und Sicherheit ermöglicht.

Sein Vater erzählt uns später, dass er ein Gastarbeiter in Libyen war. Er verdiente sein Geld mit der Reparatur von Klimaanlagen. Für ihn und seine Familie wurde die Situation zuletzt in Libyen unerträglich. Es gab keine Sicherheit, keine Menschlichkeit mehr. Er und seine Familie waren in ständiger Lebensgefahr, so erzählt er. So entschieden sie sich für die Flucht über die weite, blaue Grenze Mittelmeer.

Im Süden, das weiß ich, lauert eine ebenso gefährliche, gelbe, sandige Grenze. Die Menschen sind in Libyen zwischen zwei großen Hindernissen gefangen. Der sicherste Weg nach Hause, so schreibt der Journalist Patrick Kingsley in seinem Buch „Die neue Odyssee“ führt über das Mittelmeer nach Europa und über die Abschiebung ins Heimatland. Es gibt keine rückwärtsgerichtete Migrationsstruktur.

Es geht weiter! Erik und Anna sitzen bereits im Festrumpfschlauchboot (RHIB), dass an unserer Backbordseite festgeleint liegt. Wir bringen Trinkwasser zu den verbliebenen 500 Menschen auf vier Gummibooten. Erik steuert zunächst das weiße Gummiboot an. Es gehört zu den beiden „Problembooten“, die sichtbar Luft verlieren. Die Menschen sind inzwischen mehr als zwölf Stunden auf dem Wasser. Viele sind seekrank und übergeben sich, sie haben Todesangst, Hunger und Durst. Sie suchen Augenkontakt zu uns und flehen um Hilfe.

Inzwischen wissen wir, dass ein Kriegsschiff der italienischen Marine in das Einsatzgebiet entsandt worden ist. Die Menschen lassen sich immer wieder von uns beruhigen. In ihren Augen erkenne ich die reine Verzweiflung und den Wunsch dieses Boot endlich verlassen zu dürfen. Immer wieder mache ich mir selbst klar, dass 23 x 6 Meter nicht ausreichen, um 500 Menschen aufzunehmen. Ich verspüre Angst, dass es zu einem Zwischenfall und einer unkontrollierbaren Situation kommt.

Ich habe Angst, den Menschen hilflos beim Sterben zusehen zu müssen, wenn sie vom Rand des Schlauchbootes abrutschen würden. Auf unserem RHIB haben nur acht bis neun Personen Platz. Auf einem Schlauch sitzen aber 20 bis 30 Menschen. Am Vormittag rutschten plötzlich zwischen 15 und 20 Menschen vom Rand des weißen Gummibootes ab, während wir es umkreisten. Sie schafften es sich am Schlauch festzuhalten. Innerhalb von zwei bis drei Minuten halfen die anderen Bootsinsassen dabei, alle wieder an Bord zu ziehen.

Ohne die Rettungswesten, die wir ihnen gegeben haben, hätten diese Menschen ihr Leben verloren. Im November 2016 erlebte ich als Besatzungsmitglied der Minden, dass genau so eine Situation auch ganz anders ausgehen kann. Heute schienen alle Schutzengel dieser Welt an unserer Seite zu sein.

Unser Schiff füllt sich am späten Nachmittag mit immer mehr medizinischen Notfällen. Die Deckfläche gleicht zum späten Nachmittag einem Lazarett. Je mehr Stunden vergehen, desto mehr verschlechtert sich der Zustand aller Menschen auf den Gummibooten. Wir haben die Anweisung, nur noch medizinische Notfälle, Kinder und deren Eltern sofort zu evakuieren. Am späten Nachmittag kollabiert eine weitere Frau auf dem blauen „Problemboot“. Sie ist schwanger und leidet offenbar an Asthma und, wie wir später erfahren, auch an Epilepsie. Ihr Mann zeigt uns das Asthmaspray und fleht uns darum an, dass wir seine Frau mitnehmen. Niemand von uns wurde jemals in seinem Leben so von einem anderen Menschen angeschaut.

Hier an Europas Außengrenzen fanden wir alle unsere eigenen emotionalen und physischen Belastungsgrenzen. Wir erhalten die Erlaubnis, sie und ihren Mann auf die Sea-Eye zu bringen. Mit ihrer letzten Kraft lässt sie sich in die Spitze unseres Schlauchbootes fallen. Sie ist völlig durchnässt, krampft und wimmert. Anna kümmert sich um sie und redet ihr gut zu, während Erik das RHIB Richtung Sea-Eye peitscht. An meiner Seite versuche ich den Ehemann zu beruhigen. Er versteht nur wenige Worte und lässt seine Frau nicht aus den Augen. Nur mit großer Anstrengung schaffen wir es, sie an Bord unseres Schiffes und auf die improvisierte Krankenstation zu bringen, auf der sie einen epileptischen Anfall erlitt. Fortan kämpfen Viktor und Peter um ihr Leben und das ihres ungeborenen Kindes.

Eine Stunde vor Sonnenuntergang treiben wir mit dem RHIB zwischen den vier Gummibooten. Die See wird unruhiger. Inzwischen haben wir mehr als einen Meter Welle, und es zieht Wind auf.

Die Sea-Eye wirkt aus der Ferne wie die einzige Insel der Hoffnung in einem grenzenlosen, blauen Einsatzgebiet. Durch verschiedene Manöver versuchen Sebastian und Anne die Sea-Eye auf Abstand zu den Gummibooten zu halten. Käme unser Schiff zu nahe, bestünde die Gefahr, dass die Menschen auf den Gummibooten ins Wasser springen, um das Schiff zu erreichen. Wir suchen den Horizont nach der versprochenen Verstärkung aus Italien ab. Sie sei nur noch 20 Minuten entfernt, inzwischen sind wir seit ca. neun Stunden im Einsatz. Wir treiben nahe dem blauen Problemboot und haben den Steuerbordschlauch im Blick.

Am Horizont taucht schließlich das ersehnte Schiff auf, dessen Ankunft wir stundenlang den Menschen versprachen, um sie zu beruhigen und zur Kooperation zu überreden. Die Anspannung bei uns löst sich. Wir machen erste, kleine Scherze. Ich mutmaße über den Inhalt eines italienischen Kühlschrankes. Erik steckt sich eine Entspannungszigarette an. Der Sonnenuntergang kündigt sich an. Wir sind durchnässt und frieren.

Zwei RHIBs der Italiener sondieren die vier Gummiboote und beginnen mit der Bergung der Menschen. Ich verlasse durchgefroren das RHIB und kann mich auf der Sea-Eye nur schwer auf den Beinen halten. Vermutlich war es auch eine Kopfsache. Anna und Erik blieben auf unserem RHIB und fuhren die Familien zu dem italienischen Schiff. Inzwischen ist es dunkel. Meine Schuhe wärmen sich im Maschinenraum auf und ich laufe mit trockenen Socken über das Deck. Die Szenerie ist unwirklich. Man erkennt nur noch das italienische Schiff. Es sieht aus, als würden zwei Krankenwagen über das Meer sausen. Sie stoppen im Dunkel, halten kurz und fahren dann wieder zu ihrem Mutterschiff.

Anna und Erik kehren von ihrer dritten Shuttlefahrt wieder. Wir kranen das RHIB ein und setzen einen Rendezvouskurs mit einem Schiff der italienischen Küstenwache, um unsere schwer verletzten Patienten zu übergeben. Sie werden von dem Schiff mit dem Namen CP287 nach Lampedusa gebracht, um dort in einem Krankenhaus behandelt zu werden.

Wir setzen einen Kurs, der uns schnellstmöglich aus der 24-Meilenzone führt, um dort die Nacht zu verbringen. Dem Einsatz schließt sich unmittelbar meine Nachtwache an. Völlig erschöpft denke ich über das Erlebte nach. Über die absurde Szenerie, überfüllte Gummiboote, dessen Konstrukteure niemals darüber nachgedacht haben damit ernsthaft Menschen von Libyen nach Italien zu befördern. Über die Menschen, die viel Geld damit verdienen, eine Welt zu erschaffen und zu erhalten, in der es so unglaublich viele Gründe gibt die eigene Heimat und Familie zu verlassen und über die anderen Menschen, die ebenfalls viel Geld damit verdienen das letzte Geld aus diesen flüchtenden Menschen zu pressen.

Ich denke an die Menschen, die zivilen Seenotrettern vorwerfen, mit Schleppern zusammenzuarbeiten und dabei eine entmenschlichte Resistenz gegen jegliche Fakten entwickelt haben.

Zuletzt denke ich wieder an den kleinen Jungen in seinem Frotteepullover. Ich bin glücklich, dass er lebt. Er wird die Welt bunter und vielfältiger machen, egal an welchem Ort er leben wird. Inzwischen ist er sicher in Italien, während ich diese Zeilen auf der Heimfahrt nach Malta verfasse.

Wir konnten mehr als 500 Menschen in 14 Stunden retten und dennoch fahre ich nicht gänzlich glücklich nach Hause. Von unseren Freunden aus Regensburg haben wir erfahren, dass an diesem Donnerstag Menschen gestorben sind. Das geschieht jeden Tag. Heute, wie morgen. Darunter werden auch 2017 wieder viele Kinder sein, deren Eltern sie aus Verzweiflung mit auf die Gummiboote nehmen.

Es ist die Art wie wir leben, die dazu führt, dass diese Menschen auf diese Weise sterben müssen. Wir alle müssen mehr tun. Wir müssen die Art, wie wir leben hinterfragen und schnell etwas ändern. Dass es nicht leicht wird, darf uns nicht davon abbringen. Die Angst dabei etwas abgeben oder verlieren zu müssen, sollte uns nicht davon abhalten für eine Welt zu kämpfen, in der unsere eigenen Kinder keine Menschen mehr an unseren Grenzen sterben sehen müssen.

Gorden Isler fuhr mit der Mission 6 von Sea-Eye. Er ist Vorsitzender des Vereins Hamburger mit Herz e.V. 

 

 

 


 Gorden Isler und das gerettete Kind an Bord der Sea-Eye. Foto: Erik Marquardt[/caption] 

 
The way I live causes the way you die. 
 

About the honourable attempt to render an unjust world more bearable

 

 

By Gorden Isler

The floor under my feet moves slightly from one side to the other. There is almost no wind. The midday sun burns down without mercy. The 60-year-old fishing cutter Sea-Eye, which was refurbished as a rescue boat, carries us safely across the waters off the Libyan coast.

By now only 14 nautical miles separate us from the country that more than 2,000 people fled on 16 rubber boats today. More than 500 of them are waiting to be rescued from four rubber boats, in acute danger to their lives, at port and starboard of the Sea-Eye. I am holding a small boy from Nigeria on my arm. He is about three years old, only one year older than my daughter, who safely waits for my return with her mother in Germany.

The boy is holding on to me tightly. He, his sister and his parents have finally reached safety on the 23 x 6 metre boat. He smiles at me and looks enthusiastically over my shoulder at our dinghy Charlotti 2, with which we recovered him about two hours ago from a black rubber boat. He clings to me tightly and I notice that his firm embrace is good for me. I imagine that I can feel his heartbeat. Maybe it is my own.

We hold on to each other for almost ten minutes. I cry briefly, but quickly compose myself. I realise that now he has his whole life before him again, after the world that we share and many of its people had done a lot that got him into such a dangerous situation. This is the same world, which, on the other side of the blue border, grants a life in peace and safety to me, my wife and my daughter.

His father later tells us that he was a foreign worker in Libya. He made his money by repairing air conditioners. But in the end the situation in Libya became unbearable for him and his family. No safety or humanity remained. Their lives were constantly in danger, he says. Therefore he decided to risk the escape across the wide, blue border, the Mediterranean.

I know that in the South lurks an equally dangerous, yellow, sandy border. People in Libya are caught between two large obstacles. The journalist Patrick Kingsley writes in his book „The New Odyssey“ that the safest way home is across the Mediterranean to Europe and then by deportation back to one’s home country. There is no migration structure leading backwards.

We continue. Erik und Anna already sit in the rigid-hulled inflatable boat  (RHIB), which is tied to our port side. We take bottled water to the remaining 500 people on four rubber boats. Erik first heads towards the white rubber boat. It is one of two „problem boats,“ which are obviously losing air. The people on it have been on the water for more than 12 hours. Many are seasick and vomit. They are afraid of dying; they are hungry and thirsty. They try to establish eye contact with us, imploring us to help.

In the meantime we learn that an Italian navy warship has been sent to the operational area. Again and again the people on the boat let us calm them down. In their eyes I see sheer despair and the wish to finally be able to leave this boat. Again and again I tell myself that 23 x 6 metres do not suffice to take 500 people on board. I am afraid that there might be an incident and an uncontrollable situation.

I am afraid of maybe having to helplessly watch people dying if they slip off the sides of the rubber boat. Our RHIB only fits eight to nine people. But one tube holds 20 to 30 people. In the morning suddenly 15 to 20 people do slip off the side of the white rubber boat while we are circling it. They manage to hold on to the tube. Within two or three minutes, the other passengers help to pull them all back into the boat.

These people would have lost their lives without the life vests which we gave them. In November 2016 I was a crew member on the Minden and I had to learn that such a situation can have a very different ending. Today all guardian angels of this world seem to be on our side.

During the late afternoon our boat fills up with more and more medical emergencies. The deck resembles a hospital. The more hours pass, the worse the condition of everyone on the rubber boats gets. Our instruction is to only evacuate medical emergencies and children and their parents immediately. During the late afternoon, another woman on the blue „problem boat“ collapses. She is pregnant and apparently suffering from asthma and, we later learn, also from epilepsy. Her husband shows us the asthma spray and implores us to take his wife with us. None of us has ever been looked at like that by another human being.

Here, at Europe’s outer borders, we all meet our emotional and physical limits. We receive permission to take her and her husband to the Sea-Eye. With her last remaining bit of force she heaves herself into the front of our dinghy. She is completely drenched, seizes up and whimpers. Anna looks after her, calming her, while Erik rushes the RHIB towards the Sea-Eye. I try to calm down the husband. He understands only a few words and his eyes never leave his wife. It takes a huge effort to get her on board our ship and into the improvised medical station, where she then suffers an epileptic seizure. Following that, Viktor and Peter fight for her life and that of her unborn child.

An hour before sundown we float with the RHIB among four rubber boats. The sea is getting more troubled. By now we have one-metre waves and the wind starts blowing.

From far away, the Sea-Eye seems like the only island of hope in a boundless blue area. Sebastian and Anne try with various manoeuvers to keep the Sea-Eye at a certain distance to the rubber boats. If our boat approached them too closely, we would run the danger of people jumping off the rubber boats into the water in order to reach our boat. We search the horizon for the promised reinforcement from Italy. We are told that it is only 20 minutes away. By now we have been in action for about nine hours. We float close to the blue problem boat, keeping the port tube in view.

Finally the much hoped-for ship appears on the horizon. We promised its arrival to the people for hours in order to calm them down and convince them to cooperate. Our tension eases. We tell first, tentative jokes. I speculate about the contents of an Italian fridge. Erik lights a relaxation cigarette. Sundown announces itself. We are drenched and feel cold.

Two of the Italian RHIBs check out the four rubber boats and start recovering the people. I leave our RHIB, feeling frozen, and back on the Sea-Eye I can barely stand. Probably also a head thing. Anna and Erik stay on our RHIB and move the families over to the Italian ship. By now it is dark. My shoes are warming up in the engine room and I run across the deck in dry socks. The scene is unreal. One can only see the Italian ship. It looks as if two ambulances are zooming across the sea. They briefly stop in the dark and then return to the mother ship.

Anna and Erik return from their third shuttle trip. We pull up the RHIB and take a rendezvous course towards an Italian coast guard ship in order to transfer our severely injured patients. A ship with the name CP287 takes them to Lampedusa, where they will be treated in hospital.

We take a course which moves us out of the 24-mile-zone as quickly as possible, in order to spend the night there. My night shift immediately follows onto the rescue operation. Utterly exhausted I think about my experiences. About the absurd scenes, overcrowded rubber boats, whose makers never seriously considered enabling people to cross from Libya to Italy on them. About the people who make a lot of money by creating and keeping up a world with such an unbelievable number of reasons to leave one’s own home country and family. And about the people who make a lot of money by squeezing their last money from the refugees.

I think about the people who accuse civilian rescue workers of cooperating with traffickers and who have developed an inhumane resistance to any facts.

Finally I think about the small boy in his towelling sweater. I am happy that he is alive. He will make the world more colourful and diverse, no matter where he will live. By now he surely is in Italy already, while I am writing this during our trip back to Malta.

We were able to rescue more than 500 people in 14 hours, and yet I don’t return home entirely happily. Our friends in Regensburg told us that on this Thursday people have died in the Mediterranean. That happens every day. Today and tomorrow. In 2017, too, many children whose parents take them onto the rubber boats in despair, will be among the dead.

It is the way we live that causes the way these people die. We all have to do more. We must question the way we live and rapidly change something. The fact that it won’t be easy must not deter us. The fear of having to share or lose something should not prevent us from fighting for a world, in which our children will no longer have to see people die at our borders.

Gorden Isler took part in Sea-Eye’s Mission 6. He is the chairman of the organisation Hamburger mit Herz e.V.