🎬 Michael Buschheuer vor dem Schengen-Ausschuss des italienischen Parlaments

Rom/Regensburg – 12. April 2017 – Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer hat heute morgen vor dem Schengen-Ausschuss des italienischen Parlaments zur Seenotrettung gesprochen.

Buschheuer folgte damit einer Einladung der Vorsitzenden Laura Ravetto (Berlusconi-Partei). Er legte vor den Parlamentariern dar, warum Sea-Eye als private Rettungsorganisation vor der libyschen Küste eine Aufgabe übernimmt, die eigentlich seitens der europäischen Staaten und ihrer Marine-Einheiten erfolgen sollte. Der Sea-Eye-Vorsitzende drückte sein Bedauern darüber aus, dass Italien im Jahr 2014 die erfolgreiche Operation „Mare Nostrum“ eingestellt hatte, bei der mehr als 150.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet werden konnten.

Buschheuer dankte der italienischen Küstenwache und den Migrationsbehörden ausdrücklich für ihre Unterstützung bei der Evakuierung der Flüchtenden und lobte den Anteil Italiens an der Bewältigung der Flüchtlingskrise. „Italien kann stolz sein auf die Arbeit die MRCC, Marine und Küstenwache vor Ort leisten,“ erklärte er vor den Parlamentariern.

Sea-Eye nimmt selbst keine Evakuierungen der Flüchtenden vor, dazu sind die Schiffe viel zu klein und ungeeignet. Der Transport an die italienische Küste erfolgt zumeist durch Schiffe von Marine und Küstenwache, erläuterte Buschheuer.

Michael Buschheuer trat auch Behauptungen entgegen, dass Sea-Eye und andere NGOs mit Wissen und aktiver Unterstützung der Schlepperbanden tätig sind. „Wir arbeiten ausschließlich mit dem MRCC in Rom zusammen“, erklärte der Sea-Eye-Chef. Das MRCC  (Maritime Rescue Coordination Center), eine Einrichtung des italienischen Verkehrsministeriums, koordiniert sämtliche Rettungseinsätze im westlichen Mittelmeer.

Rund die Hälfte der Rettungsaktionen erfolgen durch Meldungen des MRCC, die andere Hälfte aufgrund eigener Sichtungen. Dabei achte Sea-Eye streng darauf, nur auf internationalen Gewässern zu operieren. Der sogenannten libyschen Küstenwache attestierte Buschheuer, sie habe keinerlei Interesse an dem Überleben der Flüchtenden.