🎥 Sea-Eye, Mission 7 in Bildern

Aus dem Logbuch der Mission 7 von Sea-Eye

Samstag 10.6.:

Morgens Besuch bei der Seefuchs, die zu diesem Zeitpunkt gerade unterstützend einen Einsatz zusammen mit der Phoenix abgeschlossen hat. Danach werden südlich Kontakte gesichtet und wir fahren zur Überprüfung hin.

Ankunft an Position, der Sea Watch II, die bei Ankunft gerade fertig sind. Engine Fischer schleppen vor unseren Augen in etwa 150 Metern Entfernung das Holzboot ab und nehmen den Motor ab.

Anschliessend bewegen wir uns in Richtung der Seefuchs und helfen dort bei der Rettung eines Bootes mit ca. 160 Menschen, davon 50 Frauen, fünf Kinder. Zwei der Boote sind im Sinken und alle sind überladen. Da die Boote drohen, wieder in Richtung Libyen abzudriften, nehmen wir 132 Personen an Bord, der Rest geht auf ein anderes Schiff. Später am Abend können wir diese Personen an die Golfo Azurro abgeben, die sich danach auf den Heimweg macht.

 

Sonntag 11.6.:

Wir fahren morgens entlang der 24 Seemeilen Patrouille und finden ein Schlauchboot mit 145 Menschen, davon sechs Frauen, drei Kinder, eine Schwangere heraus. Wir beginnen mit dem Verteilen von Schwimmwesten und melden dem MRCC, dass wir ein Küstenwachschiff in Sicht auf ca. sieben Meilen haben. Dieses Boot stellt sich als die Diciotti heraus, die kommt und, nachdem wir das halbe Boot mit Westen versorgt haben, die Geretteten schnell übernimmt.

Donnerstag 15.06.:

Am Morgen dieses Tages ziehen wir uns zunächst auf 30 Seemeilen zurück, da anscheinend Schüsse von der libyschen Küstenwache auf ein NGO-Schiff abgegeben wurden.

Während unserer Fahrt weit außerhalb der 24 Seemeilen überprüfen wir ein paar optische Kontakte, von denen die meisten ganz offensichtlich keine Fischer sind. Die meisten dieser Kontakte sind jedoch keine Flüchtlinge, bei einem dieser Kontakte irren wir uns, und als dieser uns fast vor den Bug fährt, bemerken wir, dass es sich um ein intaktes Holzboot mit 22 Personen an Bord handelt. Wir versorgen und sichern dieses Boot und warten auf das Eintreffen der Phoenix, die diese Menschen aufnimmt. Anschliessend verkippen wir in diesem Boot eine Menge Benzin und setzen es mit einer Signalfackel in Brand. Während dieses Prozesses sind die gesamte Zeit mehrere Schlepper in Lauerstellung, ein Überflug eines italienischen Marinehelikopters drängt diese jedoch ein Stück weit ab.

Die Seefuchs ist ca. zehn Meilen entfernt und hat ein Schlauchboot versorgt, das mittlerweile gesunken ist, sodass Menschen in Rettungsinseln verbracht wurden.  Ebenfalls ist ein kritischer, medizinischer Notfall an Bord der Seefuchs. Sie bittet um unsere Unterstützung, und wir setzen Kurs auf die Seefuchs. Unterwegs helfen wir der Seefuchs bei der Organisation der Evakuierung des medizinischen Falles. Bei Ankunft an Position der Seefuchs nehmen wir ca. 60 Personen aus den Rettungsinseln auf und übergeben diese später bei Nacht an ein Boot der italienischen Küstenwache. Dies alles in unmittelbarer Nähe der 12-Meilen-Zone.

Freitag 16.06.:

Gegen 3 Uhr werden wir vom MRCC Rom gebeten eine Position zu überprüfen. Wir sichten ein Schlauchboot mit 150 Menschen, das ausserhalb der 12-Meilen-Zone ist. Wir versorgen dieses Boot mit Schwimmwesten und bringen zur Entlastung eine Rettungsinsel aus. Direkt danach entdecken wir ein weiteres Boot mit 125 Menschen, das knapp an der Grenze ist und versorgen auch dieses mit Schwimmwesten und finden währenddessen ein Weiteres mit 150 Personen, das wir ebenfalls mit Schwimmwesten versorgen. Nachdem alle Boote mit Schwimmwesten versorgt sind, müssen wir jedoch aufgrund des den ganzen Tag vorherrschenden Drifts von mindestens einem Knoten in Südrichtung feststellen, dass das erste Boot schon wieder in der 12-Meilen- Zone vor Libyen ist. Ein Anruf beim MRCC ergibt, dass es uns verboten ist, in die 12-Meilen-Zone einzufahren, und so müssen wir hilflos zusehen, wie dieses Boot immer und immer weiter zurücktreibt. Die anderen beiden Boote können nur am Drift in die 12nm Zone gehindert werden, in dem wir ihnen klarmachen, dass sie ihren Motor auf gar keinen Fall an die Schleuser zurückgeben dürfen  und  immer wieder mit ihnen nördlicher fahren. Da einige (schwangere) Frauen und Kinder in den Booten sind, nehmen wir diese an Bord. Später trifft ein irisches Kriegsschiff ein und beginnt die Menschen auf der Sea-Eye sowie dem zweiten  und dritten Boot abzushuttlen. Währenddessen entdecken wir auf der Grenze ein weiteres, viertes Boot  mit 140 Menschen und versorgen dieses ebenfalls mit Schwimmwesten. Auch hier macht uns der Drift zu schaffen, und wir schleppen es einmal über mehr als zwei Meilen. Während der Schleppmanöver bemerken wir, dass einer der Schläuche Luft verliert, und nach einer Weile ist das Boot in einem sehr schlechten Zustand. Das irische Kriegsschiff dreht um und hilft uns die Menschen, die nun alle im Wasser waren, auf die Sea-Eye und auf die Seefuchs abzubergen. Da einige Menschen medizinische Aufmerksamkeit benötigen, ziehen wir zur Unterstützung des eigenen medizinischen Teams  der Seefuchs den Sanitäter und den Arzt ab. Wir setzen Kurs auf Nord und geben dann unsere Menschen an das schwedische Kriegsschiff Triton ab. Direkt im Anschluss melden wir uns beim MRCC ab und setzen Kurs auf Malta.

TagDatumPersonen an Bordmit Weste ausgestattetan Bord genommenBemerkung
510.6.17160160130
611.6.17145145
1015.6.1.72222von uns in Brand gesetzt
1015.6.1713060
1116.6.17150150nach Libyen gedriftet
1116.6.17125125
1116.6.17150150
1116.6.1713013080Schlauch leck, Menschen im Wasser