Sea-Eye rettet zwölf Menschen

Sea-Eye Mission 17/2017 – Einsatzbericht 09.11.2017

Heute (9. November 2017) früh um 02.36 Uhr erreichte uns ein Anruf über Satellitentelefon von MRCC Rom. Sie meldeten uns ein Boot in Seenot an der Position 33° 26 N / 011° 49 E.

Nach einigen Startschwierigkeiten unserer Hauptmaschine kamen wir dann um 03.40 Uhr in Fahrt und liefen auf die gegebene Position, ca. 6 Seemeile innerhalb der libyschen SRR-Zone zu. An der Position angekommen, starteten wir mit unserer Suchfahrt nach Norden. Wir vermuteten sie dort aufgrund des Versatzes durch Strom und Wind.
Nachdem wir mit vier Personen im Ausguck auf dem Vordeck schließlich Erfolg hatten, sicherten wir das kleine Glasfaserboot und gaben Schwimmwesten aus.

Nach Rücksprache mit MRCC haben wir die zwölf Personen, davon zwei Kinder und eine Frau, schließlich um 07.10 Uhr an Bord genommen und das Flüchtlingsboot in Schlepp genommen. Unser RIB-Schlauchboot fuhr sofort Richtung Ost-Nordost weiter, da wir auf dem Radarschirm ein weiteres Ziel entdeckt hatten.

Dieses stellte sich jedoch letztlich als Fischereifahrzeug heraus.
Unser RIB kehrte daraufhin zurück, und wir meldeten MRCC Rom den Fall als für uns abgeschlossen. Nun begannen wir damit den Motor des Flüchtlingsbootes abzubauen und zu bergen. Anschließend wurde das Boot angebohrt, um es unbrauchbar zu machen und zu versenken.

Auf Anweisung von MRCC verbleiben wir im Gebiet, da aufgrund der Wetterlage weitere Boote vermutet werden.

Da auch das private Suchflugzeug MOONBIRD unterwegs war, stellten wir Kontakt über Funk und Email her. Wir baten um Unterstützung bei unserer Suche, leider war sie aber gerade östlich von Tripolis mit LIFELINE in eine weitere Suche involviert.

Sie konnte uns aufgrund Treibstoffmangels nicht mehr weiter helfen und mußte nach Malta zurückkehren. Auch ist von MRCC ein weiterer Case offen, zu dem es jedoch keine Positionsangabe gibt.