Sea-Eye unterschreibt den Verhaltenskodex

Liebe Freundinnen und Freunde,

Sea-Eye hat sich nach intensiven Beratungen – auch mit unseren Anwälten – entschlossen, die Verhaltensregeln, die von vom italienischen Innenministerium den NGOs vorgelegt wurden, zu unterschreiben.

Wir haben diese Zustimmung mit einem eigenen Kommentar zu einem entscheidenden Punkt im Kodex versehen. Er betrifft die technischen Spezifikationen unserer Schiffe. Wir legen diesen Punkt so aus, dass wir unsere beiden Fischkutter weiterhin betreiben können.

Das Innenministerium hat in den vergangenen Tagen überdies verschiedene Elemente des Code entschärft und die Akzeptanz erhöht.

Der Kodex ist außerdem täglich kündbar.

Die italienische Seite hat die Unterschrift und unsere Kommentierung akzeptiert, so dass wir davon ausgehen, dass in diesem Punkt Einverständnis besteht.

Drei Gründe haben uns in dieser Entscheidung bestärkt:

  1. Wir wollen die Seenotrettung in dem Umfang fortsetzen, wie ist dies bisher der Fall war. Wir glauben, dass die Zustimmung zum Kodex uns diese Arbeit auch künftig ermöglichen wird.
  2. Wir fühlen uns verpflichtet, den größtmöglichen Schutz für unsere Crews und die Geretteten vor staatlicher Willkür zu erreichen.
  3. Wir wollen uns weder Italien gegenüber noch in der deutschen Öffentlichkeit dem Vorwurf mangelnder Kooperation aussetzen.

Wir glauben, dass im Fall eines Konflikts zwischen dem Kodex und unseren Aktivitäten die international geltenden Regeln der Seenotrettung Vorrang haben.

Im übrigen ist die Entscheidung, die Unterschrift zu leisten, bereits am letzten Wochenende mit unseren Anwälten vorbereitet worden. Wir hatten bekanntlich bereits in der letzten Woche den Italienern gegenüber unsere Bereitschaft zur Unterschrift erklärt – mit der oben erwähnten Einschränkung. Ein Zusammenhang mit den Ereignissen um die Iuventa besteht also nicht.

Euer
Michael Buschheuer

Hier das unterzeichnete Dokument