Sea-Eye und Seefuchs: Protest im Mittelmeer

Protest auf dem Mittelmeer: Sea-Eye und Seefuchs

Position 34°37.12 N 14°26.22E

Regensburg, Tripolis (17.8.2017) – Die private Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye e.V. hat heute mit einem Seeprotest gegen die Sperrung des Rettungsgebietes im Mittelmeer demonstriert.

Am Donnerstagmorgen spannten die beiden Schiffe der Organisation Sea-Eye und Seefuchs ein Banner mit der Aufschrift „Shame on you, Europe!“ (Schäme dich, Europa!) rund 110 Seemeilen vor Tripolis auf. Die Stelle markiert die Grenze, die das libysche Marionettenregime mit Duldung der europäischen Staaten und unter den Augen der Operation Sophia proklamiert hat.

Seither werden private Seenotretter, wie die von Sea-Eye, von der libyschen Küstenwache mit Gewalt bedroht. Trotz der ungeheueren Militärpräsenz im westlichen Mittelmeer lassen es die europäischen Marineeinheiten zu, dass Lebensretter bei ihrer Arbeit behindert werden.  Um die Sicherheit ihrer Crews nicht zu gefährden, hatte Sea-Eye am vergangenen Wochenende beschlossen, seine Rettungsmissionen vorerst auszusetzen.

„Die Libyer haben mit den Millionenzahlungen aus Europa diese Mauer auf See errichtet, damit man dem Sterben nicht zusehen muss. Die humanitäre Katastrophe geht weiter, sie entzieht sich lediglich unseren Augen“, kommentiert Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer die neue Abschottungspolitik von EU und Libyern. „Der Tod wird nach Afrika zurück verlagert, in die Folterlager von Libyen.“