🎬 Seefuchs getauft – auf ins Mittelmeer!

Kapitän Stefan Schmidt tauft die Seefuchs auf den Beinamen „Mare Nostrum“

Stralsund, 11.4.2017 – Die private Rettungsorganisation Sea-Eye hat ihr zweites Schiff in Dienst gestellt. Die Seefuchs verließ heute mit ihrer Besatzung Stralsund Richtung Mittelmeer.

Von Malta aus wird der ehemalige Fischkutter am 14. Mai zur ersten 14-tägigen Patrouillen-Fahrt vor der libyschen Küste aufbrechen.

Das etwa 60 Jahre alte Schiff wurde im Beisein von Kapitän Stefan Schmidt aus Lübeck auf den Beinamen Mare Nostrum getauft.

Der Name ist eine Referenz an die gleichnamige Operation der italienischen Marine in den Jahren 2013-14, als ihre Schiffe über 150.000 Menschen im Mittelmeer aus Seenot retteten. Mare Nostrum wurde aus Geldmangel und aufgrund der Intervention der EU eingestellt – das ist der eigentliche Anlass dafür, dass es Sea-Eye und die anderen Rettungsorganisationen im westlichen Mittelmeer überhaupt

Kapitän Stefan Schmidt hatte 2004 mit der Cap Anamur 37 Flüchtende in den Hafen von Porto Empedocle (Sizilien) gebracht und war daraufhin als „Schleuser“ (Beihilfe zur illegalen Einreise) verhaftet worden. Er kam zwar nach fünf Tagen wieder frei, doch erst 2009 wurde er von einem italienischen Gericht freigesprochen. Stefan Schmidt ist inzwischen Flüchtlingsbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein und erfolgreicher Buchautor.

In seiner Rede kritisierte Kapitän Stefan Schmidt die Flüchtlingspolitik einiger europäischer Staaten. „Die Politik sollte sich um die Menschen in Not kümmern und nicht um die Interessen einzelner Politiker.“

Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer bedankte sich in seiner Rede bei den Hunderten von Spendern, die es erst möglich gemacht haben, dass der Sea-Eye e.V. mit der Seefuchs nunmehr zwei Schiffe für seine „Mission Menschlichkeit“ zur Verfügung habe. Fast 700 Freiwillige aus ganz Europa beteiligten sich inzwischen an den Rettungseinsätzen vor der libyschen Küste.