Zehn Kreuze für die Toten vom Ostersonntag


Der Ostersonntag 2017 war für viele Flüchtenden im Mittelmeer der letzte Tag ihres Lebens. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Alleine Sea-Eye musste neun Menschen tot aus dem Meer bergen, eine Schwangere konnte nicht mehr reanimiert werden.

Als Erinnerung an die namenlosen Toten des Osterwochenendes errichtete Sea-Eye am Ostermontag auf der Regensburger Jahninsel an der Donau zehn Kreuze. Mitglieder der privaten Seenotrettung hielten eine kurze Trauerfeier mit Mahnwache ab. „Die Kreuze zeigen unsere Trauer und mahnen die Lebenden. Lassen Sie es nicht zu, dass das Massensterben im Mittelmeer weiter geht. Unsere Zivilisation darf nicht vor der Küste Afrikas enden“, erklärt Michael Buschheuer.

Wieder einmal zeigt sich auf tragische Weise das eklatante Versagen der offiziellen EU-Politik im Umgang mit den Flüchtenden. Statt den verzweifelten Menschen zur Hilfe zu eilen, rüsten die europäischen Staaten mit Frontex zur Flüchtlingsabwehr und Grenzsicherung auf. Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer: „Europa und Afrika sieht weg, während sich vor ihrer Haustüre eine humanitäre Katastrophe abspielt.“