Berliner Lichtkünstler solidarisch mit Sea-Eye

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Lichtkunst-Karikatur am Bundeskanzleramt

Berlin – Sonntagnacht leuchtete der Name des ertrunkenen Jungen „Alan Kurdi“ auf dem Bundeskanzleramt. Es ist auch der Name des deutschen Schiffes, dass mit dem Anbruch der neuen Woche bereits 6 Tage auf eine politische Lösung für 64 gerettete Menschen wartet. Die „Alan Kurdi“ fährt als einziges ziviles Schiff einer Hilfsorganisation unter der Bundesflagge. Sie ist auch das einzige Schiff, dass weder blockiert noch festgehalten wird. Ein Zufall?

Der Berliner Lichtkünstler Oliver Bienkowski vom PixelHELPER.org verlieh dem Bundeskanzleramt in der Nacht zum Montag ein strahlendes Antlitz. Die Karikatur enthält weniger Kritik, als man es von dem Berliner Lichtkünstler gewohnt ist. Sie formuliert vielmehr einen Anspruch, einen Wunsch nach Commitment und Zusammenhalt in schweren Stunden vor Malta, die Bundesbürger als Crewmitglieder auf der „Alan Kurdi“ zusammen mit 64 geretteten Menschen durchzumachen haben. „Man muss sich klarmachen, dass Deutschland bisher das einzige Land ist, dass seinen zivilen Seenotrettern keine Steine in den Weg geworfen hat.“ sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e.V. Tatsächlich halten derzeit Spanien, Italien und die Niederlande Schiffe fest, die an der Rettung von Menschenleben vor Libyen beteiligt waren. „In unserer Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt, der Dienststelle Schiffssicherheit und dem Auswärtigen Amt, hatten wir niemals den Eindruck, dass man uns behindern oder sogar aufhalten wolle. Inzwischen würde ich vielmehr von wachsendem Vertrauen und sogar Dankbarkeit sprechen, gerade wenn ich an unsere Krise im Januar und das Engagement des Botschafters Walter Haßmann oder der Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes in Berlin denke,“ sagt Isler weiter.

Der Berliner Unternehmer Oliver Bienkowski sagt „Wer Waffen exportiert, der muss auch flüchtende Menschen aufnehmen.“  Bienkowski engagiert sich selbst in der Entwicklungszusammenarbeit und weiss, wie schwer es ist Spenden für sein Projekt in Afrika zu sammeln. Als er von der Krise der Alan Kurdi liest, kontaktiert er Sea-Eye und will helfen. „Natürlich wäre es uns am liebsten, wenn Deutschland alle Geretteten sofort übernehmen uns ausfliegen würde. Es gibt 47 Städte, die ihre Aufnahmebereitschaft bereits erklärten. Es wäre ein starkes, humanitäres und christliches Zeichen, in einer Zeit, in der es dringend solche Zeichen braucht.“ fügt Isler hinzu.

Es ist nicht die erste Krisensituation, die Sea-Eye gemeinsam mit der Bundesregierung zu meistern hat. Bereits im Januar hatte die „Alan Kurdi“ 17 gerettete Menschen an Bord. Das Schiff fuhr zur Jahreswende noch unter seinem alten Namen „Professor Albrecht Penck“. Am 2. Januar attestierte die Bundesregierung dem Schiff eine korrekte Registrierung und darüber hinaus rechtskonformes Handeln bei der Rettung von 17 Menschen.

Auch in dieser Krise ist das Auswärtige Amt schon seit der Rettung involviert und engagiert. Inzwischen vermittelt die europäische Kommission, um zeitnah zu einer humanitären Lösung zu kommen. „Wir hoffen sehr, dass die politischen Entscheidungsträger zu einer schnellen Einigung finden. Die Vorräte gehen zur Neige und es deutet sich eine Unwetterfront an. Man muss sich klarmachen, dass es diese Verschlechterungen gar nicht braucht, um das Recht auf einen sicheren Hafen für aus Seenot gerettete Menschen braucht. Dieses Recht ist längst erstritten und vor Jahrzehnten aufgeschrieben worden. Wir nennen es heute Völkerrecht.“ sagt Jan Ribbeck, Einsatzleiter der „Alan Kurdi“


 


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