Die Rückkehr der Seenotretter: „Professor Albrecht Penck“ erreicht Spanien

Die „Professor Albrecht Penck“ erreicht La Coruña (Foto: sea-eye.org)

Letzte Etappe der Überführung am Sonntagabend in La Coruna gestartet

Regensburg, La Coruña – Sea-Eye hat das deutsche Forschungsschiff „Professor Albrecht Penck“ am 1. Dezember ins Mittelmeer entsandt. Am Sonntagabend erreichte das Schiff nun die spanische Stadt La Coruña.

  • „Professor Albrecht Penck“ ist das erste Schiff einer zivilen Rettungsorganisation unter deutscher Flagge
  • schweres Wetter und raue See liegen hinter der achtköpfigen Crew
  • die erste Beobachtungsmission startet am 16. Dezember ab Spanien und wird 3 Wochen andauern
  • dafür werden dringend Nautiker und Schiffsmechaniker mit Wachbefähigung gesucht

Der Einsatz des ersten deutschen Schiffes in den Händen einer zivilen Rettungsorganisation rückt näher. Am Sonntagabend erreicht die „Professor Albrecht Penck“ den Hafen von La Coruña. Im Hafen der spanischen Stadt gab es einen kleinen Austausch der Besatzung durch das Festrumpfschlauchboot (RHIB). Zwei Maschinenhelfer tauschten ihre Plätze.

Die Fahrt durch die Biscaya gilt zu dieser Jahreszeit ohnehin als sehr anspruchsvoll. Dem 69 Jahre alten Löbauer Kapitän Dr. Christian Haas gelang dabei ein nautisches Meisterstück. Tagelang beobachtete er die verschiedenen Wind- und Wettervorhersagen, um ein möglichst gutes Fenster für eine sichere Passage zu finden. Tatsächlich fuhr er dem schlimmsten Sturm davon. Bis zu 4 Meter hohe Wellen blieben der Besatzung und dem Schiff dennoch nicht erspart.

Am Sonntagabend setzt die „Professor“ ihren Kurs nach Algeciras fort. Von dort aus soll der erste Einsatz eines deutschen NGO-Schiffes starten. Kapitän Dr. Christian Haas wird dort an den Hamburger Kapitän Klaus Merkle übergeben. Außerdem treffen erfahrene, ehrenamtliche Rettungskräfte und Menschenrechtsbeobachter aus Deutschland ein. In Algeciras führen der Regensburger Chris Orlamünder und der Kemptener Jan Ribbeck das Crewtraining und das Briefing durch. Ab dem 16. Dezember soll Sea-Eye 2 dann einsatzbereit sein.

„Im Einsatzgebiet werden wir weiter die Unterstützung der italienischen und maltesischen Behörden einfordern. Außerdem werden wir uns eng mit Sea-Watch abstimmen und das MRCC Bremen andauernd informieren. Niemand soll an Weihnachten im Einsatzgebiet ertrinken müssen, wenn die zivilen Seenotretter gemeinsam zurückkehren“ – Gorden Isler, Sprecher Sea-Eye e.V.

Schwierig gestaltet sich die Suche nach Nautikern. Die Kampagne gegen die NGOs zeigt Wirkung. So sagt ein Kapitän, dass er Restriktionen durch den italienischen Staat befürchtet, falls er Menschen dorthin bringen muss, weil das Völkerrecht es so verlangt.

„Als Organisation stellen wir uns hinter unsere hauptamtlichen und ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Wir handeln in Einklang mit dem Gesetz. Es gibt keine Verfahren oder Anklagen gegen Sea-Eye! Es gibt nur Diffamierungen von politischen Brandstiftern. Kriminelle Handlungen wirft uns ausgerechnet ein italienischer Innenminister vor, gegen den die eigene Justiz wegen Machtmissbrauchs ermittelt. Von Matteo Salvini brauchen wir keine juristische Nachhilfe.“ Gorden Isler, Sprecher Sea-Eye e.V.

Der Verein Sea-Eye e.V. wurde 2015 in Regensburg gegründet. Mit den umgerüsteten Fischkuttern Sea-Eye und Seefuchs beteiligten sich mehr als 800 ehrenamtliche Rettungskräfte in über 60 Missionen unter niederländischer Flagge an der Rettung von 14.378 Menschen. Im Sommer 2018 entschied die Vereinsführung, zwei neue Schiffe unter deutscher Flagge in den Einsatz zu senden. Die Bavaria One und die „Professor Albrecht Penck“.


 


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