Notfall um Mitternacht auf der Alan Kurdi

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Osumah ist 23 Jahre alt und schwanger. Nach einem epileptischen Anfall muss die Frau evakuiert werden. Die maltesischen Behörden senden sofort ein Rettungsboot. (Foto: Fabian Heinz/sea-eye.org)

Schwangere Frau muss nach epileptischem Anfall evakuiert werden

Seit 8 Tagen wartet die Crew der “Alan Kurdi” auf eine politische Lösung. An Bord befinden sich nun noch 62 Geflüchtete und 17 Crewmitglieder, denn Mittwochnacht hatte die 23 Jahre alte Nigerianerin Osumah einen epileptischen Anfall. Osumah gehört zu den beiden schwangeren Frauen an Bord der “Alan Kurdi”.

Kapitän Werner Czerwinski kontaktiert die maltesische Rettungsleitstelle und bitten binnen zwei Tagen um die zweite Evakuierung einer Frau. Die Malteser reagieren auch in diesem Fall umgehend und sendeten ein Rettungsboot zur sofortigen Abholung von Osumah. Ihr Ehemann musste besorgt an Bord zurückbleiben.

“Wir können nur hoffen, dass es der jungen Frau schnell wieder besser geht. Hier an Bord konnten wir ihr nicht mehr helfen.” sagt Werner Czerwinski, Kapitän der “Alan Kurdi”. Noch mehr Sorgen bereiten den Kapitän jedoch die kommenden Tage. “Die Menschen kommen zu mir und fragen mich, wie lange sie noch an Bord bleiben müssen und warum es so lange dauert. Sie haben wirklich Angst vor der nächsten Schlechtwetterphase. Viele von ihnen waren seekrank und erholen sich nur langsam davon. Sie sehen, wie zwei Frauen kollabierten und evakuiert werden mussten. Das ist doch kein Zustand für Menschen, die so etwas hinter sich haben und es ist auch kein Zustand für meine Crew.” sagt Czerwinski weiter.

Die “Alan Kurdi” braucht dringend eine schnelle, politische aber vor allem humanitäre Lösung für weitere 62 Geflüchtete und 17 Crewmitglieder, dessen Familien sich ebenfalls Sorgen machen und sich bei Sea-Eye erkundigen.

“Wir haben noch immer keine belastbaren Ergebnisse aus der EU Kommission. Das belastet nicht nur die Crew und die Geretteten. Es bringt viele Angehörige und auch uns seit vielen Tagen um den Schlaf. Wir müssen jetzt hier zu einem Ende finden. Es kann nicht sein, dass hier ein Mensch nach dem anderen zusammenbrechen muss, um endlich von Bord zu dürfen.” sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e.V.


 


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