Sea-Eye und Sea-Watch versorgen die “Professor Albrecht Penck”

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Crewmitglieder verschiedener Hilfsorganisationen sehen sich wieder

Ein internationales Journalistenteam begleitet den Versorgungsgütertransport

Regensburg, Berlin, Valletta – Derweil die Europäische Kommission einzelnen EU Mitgliedsstaaten Kontingente für im Mittelmeer gerettete Menschen abringt, werden die Trink-, Brauchwasservorräte und Lebensmittel an Bord der “Professor Albrecht Penck” immer knapper. Am Dienstagnachmittag schließlich gelingt ein gemeinsamer Hilfsgütertransport, um das Schiff zur versorgen. Zahlreiche Journalisten begleiteten die Unterstützungsfahrt. Am Vormittag luden die beiden Hilfsorganisationen zu einem gemeinsamen Pressegespräch in Berlin.

  • Helferinnen und Helfer von Sea-Eye und Sea-Watch organisieren Versorgungsgütertransport
  • enge Kooperation zwischen deutschen Hilfsorganisationen aus Berlin und Regensburg
  • Folgemission muss aufgrund der andauernden Blockade von Sea-Eye abgesagt werden
  • Malta stärkt Verhandlungsposition gegenüber EU-Partnern mit Blockade der Schiffe
  • schweres Unwetter für Mittwochvormittag erwartet

In gemeinsamen Anstrengungen konnten Sea-Eye und Sea-Watch die “Professor Albrecht Penck” mit einem Versorgungsgütertransport erreichen. Der Transport erreichte das Schiff gerade noch rechtzeitig, denn schon für Mittwochvormittag werden schwere Unwetter erwartet. Beide Organisationen warten mit ihren Schiffen auf eine politische Lösung für insgesamt 49 Gerettete. Auf der “Professor” wartet man seit 11 Tagen. Auf der “Sea-Watch 3” mittlerweile seit 18 Tagen. Die beiden deutschen Organisationen arbeiten eng zusammen, um diese Krisensituation gemeinsam zu bewältigen. “Zur Krise wurde diese Situation ja erst durch den Umgang Europas mit 49 geretteten Menschen”, sagt Gorden Isler, Sprecher von Sea-Eye e.V. “Wir vermuten, dass es Malta um eine weitreichendere Lösung geht. Möglicherweise geht es um einen zukünftigen Verteilungsmechanismus. Beschämend allerdings ist, dass das auf dem Rücken unserer Besatzungen und der Geretteten ausgetragen wird.” so Isler weiter.

Die Geflüchteten berichteten der Besatzung der “Professor” von traumatisierenden Erlebnissen in der Wüste, in Libyen und auf dem Mittelmeer. Auf dem Schiff ihrer Retter sind sie nun wieder gefangen und schauen in ein Blitzlichtgewitter von internationalen Journalisten, die das Versorgungsschiff begleiteten. Für die 24 Jahre alte Nigerianerin Merci wird es zu viel, sie weint. Bei dem Versuch eines Journalisten sie in den Arm zu nehmen, um sie zu trösten, bricht sie schließlich zusammen. Bordärztin Nicole Grimske brachte Merci daraufhin umgehend unter Deck. “Auf die Geretteten muss die Situation unglaublich verstörend wirken.” sagt Jan Ribbeck, Einsatzleiter auf der “Professor”. “Nach allem was sie hinter sich haben sehen sie europäisches Festland vor ihren Augen. Doch statt freundlicher, hilfsbereiter Hände, schauen sie in Kameras und realisieren, dass das politische Europa Angst vor 49 Menschen hat. Das ist ein neuer Tiefpunkt.” so Ribbeck weiter.

Tatsächlich dürfte die Blockade den Menschen noch stärker zugesetzt haben. Ein miserabler Anfang für einen neuen Start ins Leben. Auch an der Besatzung dürfte die Erfahrung nicht spurlos vorbeigehen. “Ich muss das alles erstmal verarbeiten, bevor ich mich wieder mehr im Verein einbringen kann.” sagt der Regensburger Jonas Baumgartner. Mit jedem Tag, der von Politikern erfolglos beendet wird, dürfte die Crew und deren Angehörige, noch mehr Vertrauen in die eigenen Regierungen verlieren.

“Dass Horst Seehofer von Hoffnung spricht, wenn er über eine zeitnahe, gemeinsame europäische Lösung redet, zeigt die Distanz einer Generation von Politikern, die längst den Bezug zu den Auswirkungen ihrer eigenen Abschottungs- und Abschreckungspolitik verloren hat.” – Gorden Isler, Sprecher von Sea-Eye e.V.


 


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