Sea-Eye wird weiter blockiert – Folgemission muss abgesagt werden

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Die regelmäßigen Mahlzeiten nehmen Crewmitglieder und Gerettete zusammen ein. “Wir teilen alles” sagt Jan Ribbeck

Gerettete an Bord der “Professor Albrecht Penck”

Regensburg, Berlin, Valletta – Die Blockade der “Professor Albrecht Penck” dauert nun bereits seit zehn Tagen an. Sie zieht unweigerlich Konsequenzen unterschiedlicher Dimensionen nach sich. So musste sich der Verein am Montagabend dazu entscheiden, die Folgemission abzusagen. Die “Professor” wird dadurch mindestens drei Wochen im Einsatzgebiet fehlen.

  • 17 Menschen, darunter eine Frau und 2 Kinder,  wurden am 29.12.18 in internationalen Gewässern vor Libyen gerettet
  • die Bundesregierung attestierte Sea-Eye und der Crew des Schiffes am 02.01. “rechtlich konformes Handeln”
  • Crew beantragt Versorgungsgütertransport für Dienstag
  • Folgemission muss aufgrund der andauernden Blockade abgesagt werden.

Der Rationierung der Trink- und Brauchwasservorräte folgte am Montagabend der Antrag um Erlaubnis, einen Versorgungsgütertransport zur “Professor” durchführen zu dürfen. Für Dienstag sollen Lebensmittel und Trinkwasservorräte zum Schiff transportiert werden. Die Erlaubnis der maltesischen Hafenbehörde steht bisher aus. In jedem Fall aber wurde der Landcrew bereits untersagt, ein italienisches Fernsehteam auf diesem Versorgungsgütertransport mitzunehmen. Der Transport muss gelingen, denn schon am Mittwoch soll sich das Wetter erneut dramatisch verschlechtern. Besatzung und Gäste beschreiben schwere Erschöpfungszustände.

“Was die Verpflegung angeht, können wir noch auf Grundnahrungsmittel zurückgreifen. Wir haben keine Vitamine mehr, aber genügend Kohlehydrate, zum Beispiel Kartoffeln, Reis oder Couscous. Damit kommen wir noch ein paar Tage zurecht. Wir kochen für alle 18 Besatzungsmitglieder und die 17 Geretteten, und wir teilen alles.” sagte Einsatzleiter Jan Ribbeck am Abend in einem Interview via Zeit Online

“Wir fordern eine schnelle Lösung im Sinne der betroffenen Menschen. Die Politikerinnen und Politiker haben viel Zeit sich anschließend über europäische Solidarität und Verteilungsmechanismen zu unterhalten. Im Moment scheint man unsere Schiffe als Druckmittel zu missbrauchen. Man muss sich in Berlin und Brüssel klarmachen, dass es hier um Menschenleben geht und nicht um einen leblosen Verhandlungsgegenstand.”- Gorden Isler, Sprecher Sea-Eye e.V.

Für die kommenden Wochen wird die “Professor Albrecht Penck” sicher in der Such- und Rettungszone vor Libyen fehlen. Die aktuelle Blockade macht die Planung der Folgemission unmöglich. Die ehrenamtliche Crew wird indes gebeten dennoch anzureisen, um das Schiff für einen weiteren Einsatz vorzubereiten. Auf Malta soll das Schiff außerdem einen neuen Namen bekommen, und der Heimathafen soll von Stralsund nach Hamburg verlegt werden. Nach Bayern kommen die meisten Mitglieder des Vereins aus Norddeutschland.

“Solange unsere Spenderinnen und Spender uns weiter unterstützen, werden wir weitere Missionen planen. Ob uns das letztlich gelingt liegt nicht allein in unseren Händen. Dass es notwendig ist weiter dafür zu kämpfen, zeigen uns 49 Einzelschicksale an Bord der “Professor” und der “Sea-Watch 3” – Gorden Isler, Sprecher von Sea-Eye e.V.


 


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