Seefuchs: 21 Männer gerettet

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Bericht der Seefuchs vom 1. Oktober:

Heute Morgen ging es kommunikativ gleich durcheinander: zunächst beorderte uns das MRCC Rom zu einer sehr weit im Süden befindlichen Stelle, um uns nach einiger Zeit wieder in den Norden zu schicken. Wir fuhren ungefähr zu der Stelle, an der wir gestern einen “Vorfall” mit der VOS THALASSA und der Tunesischen Navy hatten. An der VOS THALASSA befanden sich zwei Flüchtlingsboote aus Holz, die letztlich schon aus Seenot geborgen waren.

Noch im Rahmen der letzten Annäherung teilte uns MRCC ROM dann mit, dass wir doch eine Position im Süden anzulaufen hätten, dort befinde sich ein Holzboot mit ca. 16 Personen an Bord. Hinsichtlich der Übernahme “unserer” Gäste wurde uns mitgeteilt, dass man an uns denke, wir müssten uns jedoch noch etwas gedulden.

Tatsächlich kam es dann so, dass das o.a. Holzboot doch wieder im Norden zu finden war, wir mußten also nochmals umdrehen und wurden dann von der ALMISAN (einem weiteren Ölplattformversorger) zu einem fahrtüchtigem Boot gelotst, auf dem sich 16 männliche Personen befanden und dem Versorger beständig folgten. Der Fundort befand sich dann mehr  oder weniger wieder an der Position, des o.a. “Vorfalls” mit der VOS THALASSA. Diese Position liegt ca. 42 Seemeilen von der Küstenlinie entfernt, in direkter Nachbarschaft zu zwei Ölplattformen.

Auf Weisung des MRCC in Rom übernahmen wir die 16 Insassen dann an Bord der Seefuchs, wo sie einem medizinischen Erstcheck durch unsere Doktoren unterzogen wurden. Es stellte sich heraus, dass es sich offensichtlich um Libyer handelt, die bereits seit Donnerstag auf See unterwegs waren.

Einige Verletzungen (allesamt nicht lebensbedrohlich) wurden behandelt, die jedoch offensichtlich sämtlich aus Zeiten vor Reisebeginn stammten. Das Boot haben wir durch einige Axthiebe in den Boden versenkt, da es ein Schifffahrshindernis darstellte.

Nunmehr haben wird also insgesamt 21 Gäste an Bord, die gem. Aussage vom MRCC in Rom “demnächst” abgeholt werden sollen. Auch wurden wir gebeten, in der Nähe des Ölfeldes auf “Stand-By” zu bleiben, da hier – aufgrund der inzwischen völlig stillen See 🙂  und der weithin sichtbaren Flammen – mit weiteren Booten gerechnet wird.

Auf dem Weg raus aus der libyschen SAR-Zone entdeckten wir dann noch nochmal die zwei leeren Flüchtlingsboote von gestern. Inzwischen fehlten die Motoren, die vermutlich von den zahlreichern Hochseefischern, die wir den Tag über im Bereich beobachtet haben, abgeborgen wurden. Wir nahmen sie zunächst einmal in Schlepp, um zu testen, ob sich eines davon ggf. als Muli (Transportmöglichkeit für Schwimmwesten) im Rettungseinsatz eignet.

Nachtrag: Soeben haben wir unsere 21 Gäste an die DATILLO, ein Schiff der italienischen Küstenwache, übergeben. Nachdem wir dem Schiff die Nacht über mit ostwärtigem Kurs entgegengefahren waren, trafen wir die Küstenwache in den frühen Morgenstunden. Sobald Tageslicht herrschte, wurden die Migranten in zwei Touren von einem RIB der Küstenwache auf die DATILLO verbracht.