Malta blockiert ab sofort ein deutsches Rettungsschiff – Seefuchs trägt nun die deutsche Flagge

  • Nach 4 Monaten Flaggenstreit trägt die Seefuchs nun die deutsche Flagge
  • die Niederlande verwehrten dem Rettungsschiff seit Juni den Flaggenschutz 
  • seither blockiert Malta das Schiff, verweigert die Auslauferlaubnis und verlangte zuletzt die Einstellung der Rettungsarbeit

Seit Juni 2018 konnte die Seefuchs nicht mehr für Rettungseinsätze genutzt werden. Die Niederlande erklärten im Juni, dass sie für die niederländisch beflaggten Schiffe nicht mehr zuständig sein wollen. Malta blockierte fortan alle zivilen Rettungskräfte und verweigerte uns nicht nur das Ablegen, sondern verlangte im September, dass der Verein Sea-Eye e.V. öffentlich die Einstellung der Rettung erklären solle. In Abwesenheit der Rettungsschiffe ertranken laut IOM seither mehr als 500 Menschen.

„Wer zwischen dem Sterben der Menschen, den politischen Entscheidungen in diesem Sommer und der Abwesenheit unserer Schiffe keinen Zusammenhang erkennen mag, der wird seine Gründe dafür haben.“

Gorden Isler, Sprecher Sea-Eye e.V.

Seit dem 02.11. trägt die Seefuchs nun die deutsche Flagge. Zwar haben wir uns weiter um eine Klärung der Situation in den Niederlanden bemüht, aber zeitgleich haben wir auch mit den deutschen Behörden nach Lösungen gesucht.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Behörden waren uns gegenüber aufgeschlossen, unpolitisch und sehr konstruktiv. Unser Eindruck, in den Beamten selbst keine Kontrahenten gefunden zu haben, bestätigte sich immer mehr in einer lösungsorientierten Zusammenarbeit, wachsendem Vertrauen und zuletzt durch dem positiven Bescheid der Deutschen Flagge.“

Gorden Isler, Sprecher Sea-Eye e.V.

Helfer auf Malta haben derweil viele Wochen ehrenamtlich damit verbracht, die technischen Vorgaben der Klassifizierungsgesellschaft und der Dienststelle Schiffssicherheit abzuarbeiten, um nun Malta erneut um die Erlaubnis bitten zu können, unter deutscher Flagge ablegen zu dürfen. In den kommenden Tagen wird sich nun zeigen, wie Malta mit der Souveränität eines deutschen Schiffes umgeht. Leider können wir die Seefuchs aus verschiedenen Gründen nicht mehr für unsere Arbeit einsetzen. Sie wird nach Deutschland überführt und dort verkauft werden. Aufgrund der schwierigen Situation hatten wir uns bereits im Juli zu einem Strategiewechsel und für ein neues, größeres Schiff entschieden. Die Seefuchs war als Ersthelferin vorgesehen und rettete tausenden Menschen das Leben. Sie ist jedoch auf die Unterstützung größerer Schiffe angewiesen. Ein solches, größeres Schiff hat der Verein nun erworben.

„Die finanzielle Unterhaltung mehrerer Schiffe ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht denkbar. Wir brauchen ein größeres, stabileres Schiff, dass Menschen retten und nach internationalen Gesetzen auch über längere Distanzen in Sicherheit bringen kann. Deshalb machen wir mit Sea-Eye 2 und kleineren Beobachtungsschiffen unter deutscher Flagge weiter. Unsere Seefuchs werden wir würdigen Händen überlassen.“

Gorden Isler, Sprecher Sea-Eye e.V.

Dutzende engagierte Helferinnen und Helfer arbeiten ehrenamtlich daran, dass wir schnell wieder einsatzfähig werden. In einem widersprüchlichen Europa wollen wir weiter alles dafür geben, dem Sterben auf dem Mittelmeer durch verantwortungsvolles, ziviles Engagement entgegen zu treten.

Seit der Gründung des Vereins im Jahr 2015, konnten sich die Crews der Schiffe Sea-Eye und Seefuchs an der Rettung von 14.378 Menschenleben beteiligen. In den Jahren 2016 und 2017 benötigten wir durchschnittlich nur 48€, um einem Menschen, in den schwersten Stunden seines Lebens, eine helfende Hand zu reichen.


 


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