Schiffstaufe auf Mallorca: Vater tauft Sea-Eye Schiff auf den Namen seines ertrunkenen Sohnes „Alan Kurdi“

Die „Professor Albrecht Penck“ erhält einen neuen Namen

Am 02. September 2015 ertranken die Brüder Alan und Ghalib Kurdi zusammen mit ihrer Mutter Rehana Kurdi im Mittelmeer. Ihre Körper wurden an die Küste Bodrums angespült. Das Bild des leblosen Körpers des zweijährigen Alan Kurdi erlangte traurige Berühmtheit und bewegte Millionen Menschen auf der ganzen Welt.
Foto: Abdullah Kurdi (Vater)

Regensburg, Palma de Mallorca – Am 10. Februar gibt Sea-Eye der „Professor Albrecht Penck“ einen neuen Namen. Die Schiffstaufe wird in kleinem Rahmen im Hafen von Palma de Mallorca durchgeführt. Der Verein bat die Familie Kurdi bereits im Dezember erfolgreich um die Genehmigung, dem Schiff nach seinem ersten Einsatz den Namen ihres verstorbenen Jungen geben zu dürfen. Die Familie willigte ein und nahm zudem die Einladung des Vereins an, die Taufe des Schiffes selbst durchzuführen. Vater Abdullah Kurdi und die Tante des Jungen Tima Kurdi, werden dazu eigens nach Mallorca reisen.

„Mit dem Namen „Alan Kurdi“ wollen wir eindringlich daran erinnern, worum es wirklich geht und allein gehen sollte. Es geht eben nicht um Schiffe, Kapitäne, NGOs und Konflikte mit verirrten Politikern. Es geht um Menschen, die täglich im Mittelmeer ertrinken und um den unendlich andauernden Schmerz derer Angehörigen.“ sagt Gorden Isler, Sprecher von Sea-Eye e.V.

Die Aufnahmen des ertrunkenen Jungen im September 2015 bewegten tausende Zivilisten Europas dazu sich der zivilen Seenotrettung zuzuwenden. So auch Hannelore und Michael Buschheuer aus Regensburg, die zusammen mit Freunden den Verein Sea-Eye e.V. gründeten. Es war der Moment, an dem Handwerker, Rechtsanwälte, Ärzte, Makler, Rentner und Studenten mehr als nur Betroffenheit empfanden. Sie fühlten sich verantwortlich und fähig etwas zu tun. Mit Sea-Eye-Schiffen retteten seit 2016 hunderte ehrenamtliche Crewmitglieder in über 60 Missionen weit mehr als 14.000 Menschenleben. Darunter auch viele Kindern, die neben ihren Müttern und Vätern auf seeuntauglichen Gummibooten saßen. Sea-Eye-Helfer waren neben anderen Hilfsorganisationen da, als diesen Menschen aus politischen Gründen keine staatliche Seenotrettung mehr geschickt worden ist.

„Wir sind glücklich darüber, dass ein deutsches Rettungsschiff den Namen unseres Jungen tragen wird. Mein Junge am Strand darf niemals vergessen werden. Unseren Schmerz um den Verlust meiner Frau und meiner Söhne, teilen viele, tausend Familien, die Söhne und Töchter auf so tragische Weise verloren haben.“ sagt Abdullah Kurdi 

Die Schiffstaufe wird am 10.02.2019 um 10 Uhr im Hafen von Palma de Mallorca stattfinden. Eingeladen sind auch der Bürgermeister von Palma, Antoni Noguera und die Sozialministerin der Balearen, Fina Santiago. Die Politiker besuchten das Sea-Eye-Schiff bereits in der vergangenen Woche, um mit dem Kapitän und der Vereinsleitung zu sprechen. Sie begrüßten Sea-Eye auf Mallorca und erklärten sich solidarisch mit dem Anliegen der zivilen Seenotretter.


 


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