Schikane gegen Sea-Eye-Crew

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Einreise nach Malta für „Alan Kurdi“-Besatzung abgelehnt

Die 64 Geretteten der „Alan Kurdi“ sind seit Samstagnachmittag in Sicherheit. Nach 10 Tagen Seeblockade holte die maltesische Army schließlich auch die verliebenen 62 Menschen ab. Zwei Frauen wurden zuvor aus medizinischen Gründen evakuiert.

Die Freude über die abgeschlossene Rettung der Menschen, mit denen die Besatzung der „Alan Kurdi“ so viele Tage verbrachte, wurde jedoch schnell mit dem abschlägigen Bescheid überlagert, dass Malta der Besatzung die Einreise verweigert.

„Wir haben 64 Menschen das Leben gerettet. Das bleibt für immer.“ sagt der Hamburger Kapitän Werner Czerwinski. Es war sein erster Einsatz als Kapitän eines Schiffes, dass von einer Hilfsorganisation betrieben wird. Für seine Crew muss der Kapitän nun einen anderen Hafen anfahren.

Schon im Januar verweigerte Malta der „Alan Kurdi“ einen Austausch der Besatzung. Die ehrenamtliche Crew durfte das Schiff jedoch verlassen. Auch hier handelt Malta nun noch härter gegen Sea-Eye. „Formal kann man halt gegen Sea-Eye und unser Schiff nichts unternehmen. Wenn Malta also solche Maßnahmen anwendet, dann muss man klar von Schikane sprechen.“  sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e.V. Die meisten Crewmitglieder sind ehrenamtlich an Bord. Daheim warten familiäre und berufliche Verpflichtungen auf Teile der Sea-Eye-Crew. Die besorgte Mutter eines Besatzungsmitgliedes spricht von einer Verletzung der Rechte ihrer Tochter und wird sich ans Lagezentrum des Auswärtigen Amtes wenden. Die Crewmitglieder sind wütend und schwer enttäuscht. „Wir können Malta nicht dazu zwingen, unsere Crewmitglieder an Land zu lassen. Wir verurteilen den Missbrauch staatlicher Machtbefugnisse und die illegale Einschränkung der Freiheit unserer Besatzungsmitglieder, die zuletzt ihre eigene Gesundheit riskierten, um Menschenleben zu retten,“ sagt Isler weiter.

Juristen befassen sich ehrenamtlich bereits in Italien und Deutschland mit dem sogenannten Fall der „Alan Kurdi“‚ Offenkundig kam es in den Tagen nach dem Rettungseinsatz vom 3. April zu mehreren Verletzungen staatlicher Schutzpflichten. „Wir sahen Verletzungen der Menschenrechte auf Freiheit, körperlicher Unversehrtheit und dem Schutz der Familie. Wir werden intensiv prüfen, welche Rechtsmittel uns zur Verfügung stehen. Kein Politiker steht über dem Gesetz,“ sagt Isler weiter.

Die „Alan Kurdi“ fährt nun Richtung Spanien. Aufgrund der Seeblockade musste die Folgemission abgesagt werden. Die Hilfsorganisation muss nun eine weitere große Aufgabe bewältigen. Eine Werftpause muss eingelegt werden. Das Schiff muss aus dem Wasser. „Das wird sehr viel Geld kosten. Aktuell reichen die Spenden dafür noch nicht aus. Wir werden das Gespräch mit unseren Unterstützern suchen, um die Alan Kurdi schnell wieder einsetzen zu können, denn der Juni des vergangenen Jahres, war der tödlichste Monat vor der libysche Küste. Bis dahin müssen wir es schaffen,“ sagt Isler.

Ein Krieg droht in Libyen. In Kürze könnten dann selbst Libyer auf Schlauchboote steigen, um sich in Europa in Sicherheit zu bringen. Ein humanitäres Desaster und weitere verheerende Verluste von Menschenleben drohen.


 


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