Sea-Eye: Brief an alle Unterstützer

Sea-Eye: Einsatz am 13. Mai 2017

Brief von Michael Buschheuer (Sea-Eye-Vorsitzender) und Prof. Dr. Tilman Mischkowsky (Schatzmeister und medizinischer Leiter) an die Unterstützer uns Spender von Sea-Eye.

Liebe Freunde von Sea-Eye,
liebe Förderer unseres Engagements im Mittelmeer,

wir schreiben Ihnen zum Jahresende nach beglückenden, aber auch schwierigen Erlebnissen, um Ihnen zu danken. Zu allererst: Ohne Sie wäre das alles nicht möglich geworden, was tatsächlich möglich wurde, was wir dank Ihrer Unterstützung bewirken konnten. Sie waren die Retter – wir nur Ihr verlängerter Arm. Als das haben wir es so auch jederzeit empfunden!

Wir, das gesamte enorm engagierte Team von Sea-Eye haben bis heute weit über 13.000 Flüchtlinge „aus dem Wasser gezogen“. Das hat uns bis an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit gefordert, hat uns aber auch unglaublich glücklich und stolz gemacht. Wir haben genau das gemacht, wofür wir angetreten sind, haben uns durch – zum Teil widerwärtige – Vorwürfe nicht irritieren lassen, haben uns beständig an dem orientiert, was wir tun wollten und was wir glauben, tun zu müssen. Das war nicht in immer einfach, aber die einfachen Sachen können ja die anderen Menschen tun. Wir haben mit Ihrer Hilfe zwei Schiffe betrieben, die mit vielen hunderten freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern im Wechsel fast ununterbrochen vor der libyschen Küste im Einsatz waren. Wir haben Erfolge genossen, aber auch Misserfolge und Frustrationen ertragen, das war gelegentlich gar nicht so ganz einfach. Wir haben uns auf eine unglaublich motivierte Mannschaft verlassen und verlassen können, und dieser Mannschaft gebührt unser tief empfundenen Dank.

Das haben wir mit Ihren Spenden gemacht:

  • Erhalt und Überholung unseres ersten Schiffs Sea-Eye.
  • Kauf, technische Ausrüstung und Überführung (3200 sm) des zweiten Schiffs Seefuchs.
  • Neue medizinische Ausstattung beider Schiffe.
  • Aufbau eines eigenen Coaching-Teams für Stressmanagement.
  • Betrieb von zwei Schiffen über acht Monate fast non-Stopp 24/7 mit nur einem Ausfall einer Fahrt wegen der Bedrohung durch libysche Kräfte.
  • In etwa 40.000 Seemeilen und mit etwa 5800 Arbeitstagen an Deck unserer Schiffe haben rund 150 Freiwillige allein in diesem Jahr 7716 Menschen in ihrer schwächsten Stunde, in ihrer größten Not beistehen können.

Wir haben ihnen nicht nur geholfen, sondern ihnen gezeigt, dass sich jemand ohne eigenen Nutzen für sie einsetzt.

Dass sie mit ihren Leiden und Sorgen nicht völlig allein und nicht völlig vergessen sind.

Das alles zu ermöglichen, war direkt und unmittelbar abhängig von Ihrer Unterstützung. Wir, die so oft zitierten „Helden vor Ort“ hängen in der Luft, sind völlig hilflos, wenn Ihre Unterstützung uns das alles nicht möglich gemacht hätte. Das ist wirklich großartig, und wir bedanken uns ausdrücklich und sehr herzlich auch für die vielen ermutigenden Worte, die wir von Ihnen, auch mal zwischendurch, erfahren haben.

Wir gehen mit Mut und Zuversicht in das kommende Jahr, wir werden mit Hartnäckigkeit und maximaler Energie den kommenden Herausforderungen begegnen. Ganz vorsichtig ist am Horizont erkennbar, dass die politischen Widerstände vielleicht etwas abnehmen.

Aber sei‘s drum: Wir werden weitermachen, der Ertrinkungstod im Mittelmeer ist für uns als christlich-abendländische Kulturgemeinschaft unter keinen Umständen erträglich und nicht zu akzeptieren. Wir werden dem weiter entgegenstehen, soweit das ist in unserer Macht steht!

Erhalten Sie uns bitte Ihr Wohlwollen!


 


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