Sea-Eye entsendet die SEEFUCHS ins Einsatzgebiet 

Foto: Michał Dyjuk/sea-eye.org

Regensburg/Valletta – Am Freitag hat die Seefuchs zum 8. Mal im laufenden Jahr den Hafen von Valletta verlassen, um sich an Such- und Rettungsmissionen auf dem zentralen Mittelmeer zu beteiligen.

Aufgrund der politischen Entscheidung, die Aquarius von SOS MEDITERRANEE nach Spanien zu schicken, ist derzeit nur ein einziges ziviles Rettungsschiff in der Search & Rescue Zone (SAR Zone). Der Innenminister Italiens, Matteo Salvini hatte zuletzt angedroht, Rettungsschiffen von Nichtregierungsorganisationen den Zugang zu italienischen Häfen zu verweigern. Unterdessen haben italienische Schiffe weiter hunderte Menschen gerettet und in Italien in Sicherheit gebracht.

In einer kurzfristigen Vorstandssitzung kamen die Regensburger Seenotretter zu dem Entschluss, dass kein hinreichender Grund vorliegt, die Rettungseinsätze zu unterbrechen. Nach wie vor befinden sich Männer, Frauen und Kinder auf seeuntüchtigen Gummibooten auf hoher See in Lebensgefahr.

Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler: „Wir haben einen Verein zur Seenotrettung gegründet. Die Zahl der Seenotfälle nahm in den vergangenen Wochen dramatisch zu. Wir haben ein eindeutiges Mandat von unseren Spendern und ein einsatzfähiges Rettungsschiff mit einer gut vorbereiteten Crew. Deshalb hat die Seefuchs am frühen Freitagabend wieder abgelegt. Kein europäischer Innenminister steht über dem Gesetz. Auch in den vergangenen Wochen hat die Zusammenarbeit zwischen Sea-Eye-Rettungsschiffen, den italienischen und maltesischen Behörden gut funktioniert. Sollte das italienische Innenministerium an seinem Kurs der letzten Tage festhalten, könnten Menschen, auch Helfer in ernsthafte Gefahr geraten. Wir gehen derzeit davon aus, dass Italien seinen humanitären und völkerrechtlichen Verpflichtungen weiter nachkommt.“

In den vergangenen zwei Jahren waren die Rettungsschiffe des Vereins an der Rettung von 14.378 Menschen beteiligt. In der vergangenen Mission hat die Seefuchs 119 Menschen vor dem Ertrinken gerettet und von einem überfüllten Gummiboot evakuiert, denen man nur eine Stunde später nicht mehr hätte helfen können, ohne das Leben der eigenen Helfer zu riskieren. Das Wetter verschlechterte sich schnell so sehr, dass auch drei Versuche u.a. von Sea-Watch und der italienischen Küstenwache scheiterten, der SeefuchsEntlastung zu verschaffen. So musste die Seefuchs 119 Menschen bei schwerer See nach Sizilien transportieren, obgleich das 26 Meter lange Schiff dazu völlig ungeeignet ist.


 


Hier können Sie unsere Datenschutzerklärung lesen. Hier geht es zum Impressum