Zusammen für Sea-Eye

Gemeinsam haben der Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer, die Kemptener Ärzte Prof. Dr. Tilman Mischkowsky und Jan Ribbeck, der Augsburger Immobilienunternehmer Andreas Würz und der Hamburger Finanzkaufmann Gorden Isler insgesamt 50.000 Euro aus eigenem Vermögen gespendet, um dieses Geld für eine Spenden-Verdoppelungskampagne bei betterplace.org zur Verfügung zu stellen. Damit wird jede Spende bis zu einem Betrag von 500 €, von den Initiatoren der "Initiative Zusammen für Sea-Eye e.V." verdoppelt, bis insgesamt 100.000 Euro gespendet worden sind.
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Tilman Mischkowsky

Ich bin ein Unfallchirurg, der sich in leitender Stellung über 30 Jahre Jahre lang “wie ein Verrückter“ um das Wohl der ihm anvertrauten Patienten gekümmert hat. Ich bin nicht zufällig Arzt geworden, entstamme einer christlich-humanitär geprägten ärzlichen Familientradition.

Jetzt, im Ruhestand, mache ich genau das gleiche weiter, nur eben mit anderen Mitteln. So wenig, wie ich früher jemals gefragt habe, ob der Patient auf meinem OP-Tisch ein Opfer oder ein Täter ist, so wenig frage ich heute, aus welchem Grund ein Flüchtling über das Mittelmeer flieht. Ich sehe, dass er in Not ist und versuche, mit allen meinen Kräften, diese Not zu lindern. Ich habe dazu die persönlichen, medizischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen.

Als ich meine beiden Kinder – als meine Erben – fragte, ob sie einverstanden seien, wenn ich Sea-Eye finanziell ordentlich unterstütze,  kam die Antwort: „Pappi, das ist das Beste, was du mit dem Geld anfangen kannst!“ Ich bin außerdem ein fast lebenslanger, aber mäßiger Segler, – auch darum gilt: Ertrinken lassen geht überhaupt nicht, das kollidiert mit allem, was mir wichtig ist und über das ich Rechenschaft abgeben muss, – auch mir selbst gegenüber.

Andreas Würz

Die Männer, Schwangeren, Frauen und Kinder die im Mittelmeer zusammengepfercht in den seeuntauglichen Booten sitzen oder stehen, befinden sich nicht am Anfang, sondern am Ende ihrer Flucht, die gekennzeichnet war von körperlicher Gewalt, Hass und Erniedrigung.

Aber das schlimmste Verbrechen das man diesen Leuten angetan hat ist, das man Ihnen Ihre Würde als Mensch genommen hat. Man hat ihnen immer wieder zu verstehen gegeben, das Ihr Leben nicht mehr wert ist,als das Geld welches sie korrupten und menschenverachtenden Schleppern bezahlen müssen.

Und nun warten da draußen im Mittelmeer die freiwilligen Helfer von Sea-Eye, die die Flüchtlinsboote anfahren und Ihnen zurufen „Keine Angst wir sind hier um euch zu helfen,“ und es werden sofort Maßnahmen eingeleitet das Flüchtlingsboot zu sichern. Es werden Schwimmwesten verteilt, Trinkwasserflaschen  ausgegeben und Verletzte oder Kranke werden geborgen, um sie auf der Sea-Eye erstzuversorgen.

Durch diesen Dienst der Nächstenliebe bekommen die flüchtenden Menschen auch Ihre Menschenwürde zurück, wenn sie merken da sind Leute die helfen uns, weil wir als Mensch für sie wertvoll sind, und man muß dafür auch nichts bezahlen.

Ich glaube das viele Flüchtende, die mit der Fahrt aufs Mittelmeer bereits mit ihrem Leben abgeschlossen haben, neuen Lebensmut zurückbekommen, wenn sie merken das es noch Menschlichkeit in dieser Welt gibt.

Da mir diese Arbeit der Nächstenliebe so wertvoll ist, unterstütze ich Sea-Eye, und bitte Sie es auch zu tun.

Gorden Isler

Als ich 12 Jahre alt war, lebte ich bei meiner Großmutter. Eines Abends erzählte sie mir aus ihrer Kindheit, als sie mich zu Bett brachte. Als kleines Mädchen versuchte sie, mit ihrer Schwester Christel und ihrer Mutter aus Schlesien zu fliehen. Auf ihrer Flucht fanden sich die drei vor Gewehren sowjetischer Soldaten wieder. Sie sollten zusammen mit anderen exekutiert werden.

Meine Großmutter war noch klein, aber sie erinnerte sich gut an diesen Tag. Der Soldat verschonte das Leben der Flüchtenden und auch das Leben meiner Familie. An diesem Tag wirkten Gnade und Mitgefühl aus diesem Soldaten und retteten meiner Großmutter das Leben.

Als Kind schockierte mich diese Geschichte, da ich mein eigenes Leben, neben dem meiner geliebten Großmutter an einem seidenen Faden hängen sah. Diese Kräfte, dieses Mitgefühl und diese Menschlichkeit ermöglichten meinem Vater, meinen Geschwistern, meiner Tante, ihren Töchtern, Enkelkindern und mir selbst das Leben. Ich weiß heute um diese Kräfte und schulde Ihnen mein Leben und auch das Leben meiner geliebten Tochter.

Als drei Monate nach ihrer Geburt der kleine Alyan Kurdi an der Küste von Bodrum starb, da wussten meine Frau und ich, dass wir uns noch viel mehr einbringen und engagieren müssen. Wir beteiligen uns daher mit einem relevanten Beitrag, weil es keinen Sinn mehr macht auf irgendetwas zu warten, dass unsere Welt von selbst wieder besser werden lässt. Menschenrechte sind zu wichtig, als dass wir sie allein den Politikern überlassen können.

Jan Ribbeck

Als Arzt ist es für mich selbstverständlich, mit Menschen in Not zu arbeiten, emotionslos und effektiv zu handeln. Dabei habe ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht woher die Patienten kommen oder wohin sie wollten.

Als ich zum ersten Mal die Bilder von Menschen auf dem zentralen Mittelmeer sah, die von Sea-Eye aus seeuntauglichen Gummibooten gerettet werden, wusste ich sofort: auch hier sind Mitmenschen in höchster Not und Lebensgefahr.

So wurde ich zunächst Crewmitglied und gab an Bord unserer Schiffe als Bordarzt alles mir Mögliche. Während unserer wochenlangen Fahrten sah ich viel Kummer und Leid, Schmerz und Verletzung.

Gefühle, Motivation und Verantwortung haben meinen Entschluß bestärkt, noch mehr in die Arbeit und Organisation von Sea-Eye zu investieren. Ich wurde Crewmanager und seit wenigen Wochen Vorstandsmitglied im Verein.

Für mich ist es ganz klar, dass wir da draussen gebraucht werden und ich bin willens diese Arbeit auch wirtschaftlich zu unterstützen.

Unser Verein und alle Mitarbeiter haben beweisen, dass wir einen relevanten Beitrag zu einer andauernden humanitären Krise leisten können.

Michael Buschheuer

Ich bin 41Jahre alt, bin Regensburger, unschwer erkennbar Bayer. Ich bin glücklich verheiratet, sehr glücklich sogar, mit meiner Frau Hannelore. Ich bin Vater von zwei Kinder, gemeinsam mit meiner Frau und leite einen kleinen Regensburger Lackier-Betrieb, den ich in dritter Generation übernommen habe.

Bisher ist mein Leben relativ ruhig verlaufen und, so wie man es von vielen anderen Vitae gewohnt ist. Realschulabschluss, Ausbildung, langsames Hoch- und Einarbeiten in den familiären Betrieb. Nichts besonders Spannendes.

Vor zweieinhalb Jahren habe ich mit meiner Frau gemeinsam den Verein Sea-Eye gegründet. Ein Verein zur Seenotrettung auf dem Mittelmeer – konkret: zur Seenotrettung zwischen Italien und Libyen. Im gefährlichsten Seegebiet der Welt, auf der gefährlichsten Fluchtroute der Welt. Das war eine sehr, sehr gute Entscheidung, weil wir viele, viele Menschen finden konnten, die ihr Herz am richtigen Fleck haben und sich spontan unwahrscheinlich stark engagiert haben, unwahrscheinlich viel Leistung und unwahrscheinlich viel eigene Kraft eingebracht haben. Gemeinsam mit diesen vielen hundert Menschenkonnten wir in den letzten zweieinhalb Jahren über 13.000 Menschen vor dem Tod bewahren, oder sie im hässlichsten Moment ihres Lebens wenigstens begleiten. Wenigstens nicht wegsehen und wenigstens nicht undokumentiert lassen, dass sie vergangen sind.

Am Ende des Tages gibt es keine Alternative zum Handeln. Für uns gab es keine Alternative zum Einstieg in dieses Projekt, zum Aufbau dieses Projektes. Für jeden anderen Menschen gibt es keine Alternative zum Handeln – generell. Entweder man handelt, indem man wegsieht, bei deutlichen Missständen, oder man handelt, indem man sich aktiv einbringt.

Wir haben in dieser Zeit auch etwas definiert wer wir sind. Wer sind wir denn meine Frau und ich? Wir sind Europäer, wir sind geprägt von unseren Werten und wir hätten diese nicht hinter uns lassen können. Wir hätten vielleicht nicht ein gutes Leben aufbauen können, indem wir die Augen verschließen, wenn man sie schon einmal geöffnet hatte.

Jetzt haben wir wahrgenommen, dass das Thema immer weiter in Vergessenheit gerät, aus der Öffentlichkeit verschwindet, und genau eben deshalb wollen wir uns noch mehr engagieren. Wir bringen uns mehr ein für Sea-Eye, für die Menschen, die auf Sea-Eye angewiesen sind. Wir wünschen uns, dass auch Sie sich einbringen, dass auch sie die Augen öffnen, dass auch sie die Sea-Eye unterstützen.

Deshalb machen Sie nicht die Augen zu, sehen Sie nicht weg! Wenn man die Augen schließt, verändert man auf der Welt nichts und wenn man den Fokus auf etwas Anderes legt, bleibt dennoch der Rest bestehen.

Steigen Sie ein bei Sea-Eye, unterstützen Sie uns, stören Sie sich an den Missständen, die Sie sehen und gestallten Sie ihr Europa, unserer Europa.


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