Unser Schiff „Alan Kurdi“ muss in die Werft

Das Foto zeigt Arbeiten an der Seefuchs in der letzten Werftzeit auf Malta. (Foto: sea-eye.org)

Wir suchen Werftcrew und bitten um Spenden

Sea-Eye hat viel mehr geschafft, als Viele es für möglich hielten. Selbst in unseren eigenen Reihen gab es viele Zweifler. Das ist wichtig, weil wir uns damit gegenseitig hinterfragen und besser werden. Wir haben mehr als eine halbe Millionen Euro Spendengelder ausgegeben, um mit der „Alan Kurdi“ 81 Menschenleben zu retten. War das richtig? In jedem Fall. Man muss sich klarmachen, dass wir in einem Land leben, in dem die Gesellschaft für jeden einzelnen Menschen solche Beträge aufbringt, um Krankheiten zu behandeln, zu heilen oder Pflege zu ermöglichen. Weil wir noch immer in einer Gesellschaft leben, in der uns Menschen wichtiger sind, als Geld. Nun stehen wir bei Sea-Eye vor einem weiteren, gemeinsamen Kraftakt.

Die „Alan Kurdi“ fährt unter der Bundesflagge und sie hat eine gültige Klassifizierung. Flagge und Klasse verlangen alle 2 Jahre eine umfassende Sicherheitsüberprüfung. Dazu gehört auch die Untersuchung des Rumpfes und deshalb muss unser Schiff aus dem Wasser. Bei dem Eigentümerwechsel kamen uns Flagge und Klasse bereits entgegen, denn eigentlich hätte das Schiff bereits im März aus dem Wasser gemusst. Aufgrund der umfangreichen Überprüfungen, im Zusammenhang mit dem Auslaufen in Deutschland, kam man uns hier jedoch noch einmal mit 3 Monaten entgegen. Denn Flagge und Klasse haben berechtigtes Vertrauen in Sea-Eye e.V.

Aber nun ist es soweit. Wir brauchen jetzt genau das, wovon Sea-Eye’s größte Stärke ausgeht. Viele Hände und viele Köpfe. Für die Werftzeit die in wenigen Tagen beginnt, brauchen wir vor allem Hände. Diese Hände gehören idealerweise: Küchenprofis, Organisatoren (bei Sea-Eye auch Agenten genannt), Schiffsmechaniker, Maschinisten, Elektriker, Schweißer, Tischler, Schlosser und auch Fotografen. Du findest dich nicht wieder und willst dennoch helfen? Dann schreib uns trotzdem und sag uns, was du kannst.

Finanziell ist die Werft eine genauso große Herausforderung, wie der Kauf des Schiffes. Im Besten Fall kommen wir mit 120.000€ aus. Unser Schiff ist jedoch beinahe 70 Jahre alt. Unser „Worst-Case“ liegt bei bis zu 400.000€. Zwar haben wir online noch nie so viele Spenden bekommen, wie im April, dennoch reichen unsere Mittel noch nicht aus, um die Werft in diesem finanziellen Korridor zwischen Best- und Worst-Case Szenario zu überwinden und anschließend wieder sofort einsatzbereit zu sein. Um genau das zu schaffen finden jetzt und in den kommenden Tagen viele Gespräche mit treuen Unterstützerinnen und Unterstützern von Sea-Eye statt. Ein gutes Beispiel gab dieLippische Landeskirche, die am Montag 5.000€ spendete und alle Gemeinden ihrer Landeskirche aufforderte sich anzuschließen. Verantwortlich für diesen direkten Erfolg ist Crewman Daniel Hempel. Er war auf der Weihnachtsmission, überwand seine Zurückhaltung und sprach den Pfarrer Dieter Bökemeier direkt auf eine Spende an. Die wichtige Vorarbeit leisteten viele Menschen, die in den vergangenen Monaten die Stadt Detmold zu einer wichtigen Stadt für Sea-Eye und die zivile Seenotrettung werden liessen. Zu Ihnen gehört vor allem unser Freund Henry Klarholz. Danke an unsere tollen Unterstützerinnen und Unterstützer nach Detmold!

Wir schaffen es auch dieses Mal, mit deiner Hilfe und bitten dich ebenfalls um deine Spende. Denn weil wir die Werft erfolgreich überwinden, sind wir für zwei weitere Jahre einsatzfähig und können weiter retten. Wir haben 81 gute Argumente an die „Alan Kurdi“ zu glauben und dem Verein weiter zu folgen. Bitte hilf mit.


 


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