Nach der Streichung: Sea-Eye bringt die Bundesmittel zurück auf die Agenda
Mit dem Bundeshaushalt 2027 entscheidet der Bundestag auch darüber, ob Deutschland die zivile Seenotrettung im Mittelmeer wieder finanziell unterstützen soll. Für uns ist klar: Ja! Denn solange Menschen auf dem Mittelmeer in Seenot geraten und es an staatlichen Rettungsstrukturen mangelt, darf Deutschland die Verantwortung nicht einfach anderen überlassen.
Während zivile Seenotrettungsorganisationen wie Sea-Eye weiterhin ausrücken, um Menschen aus lebensgefährlichen Situationen zu retten, hat die Bundesregierung ihre finanzielle Unterstützung für diese Arbeit eingestellt. Bis Ende März 2025 hatte Deutschland zivile Seenotrettungsorganisationen mit Bundesmitteln unterstützt. 2023 und 2024 standen dafür jeweils rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Im ersten Quartal 2025 wurden noch fünf Organisationen mit insgesamt knapp 900.000 Euro gefördert. Mit dem Regierungswechsel wurde diese Unterstützung beendet.
Für uns ist klar: Das darf nicht so bleiben. Wer auf dem Meer in Seenot gerät, hat Anspruch auf Rettung. Das ist keine politische Frage, sondern eine grundlegende Verpflichtung des internationalen Seerechts. Doch Menschenleben zu retten kostet Geld. Auch wenn eine öffentliche Förderung keine staatliche Seenotrettung ersetzt, ist sie doch ein konkreter Beitrag dazu, dass zivile Rettungsschiffe einsatzbereit bleiben und Menschen in Seenot nicht allein deshalb sterben, weil die notwendigen Mittel fehlen.
Der Bundestag berät in den kommenden Monaten über die Verwendung öffentlicher Mittel. Dabei geht es nicht nur um abstrakte Zahlen und Haushaltstitel. Es geht auch darum, welche politischen Prioritäten Deutschland setzt und ob es seiner Verantwortung gerecht wird.
Wir fordern deshalb die Wiedereinführung einer verlässlichen Finanzierung der zivilen Seenotrettung im Bundeshaushalt 2027.
Und dafür brauchen wir euch. Denn politische Entscheidungen werden nicht nur in Ausschusssitzungen und im Plenum des Bundestags getroffen. Abgeordnete müssen wissen, welche Themen ihre Wähler*innen beschäftigen und welche Erwartungen an sie gestellt werden.
Schreib jetzt deine Abgeordneten an
Du kannst die für deinen Wahlkreis zuständigen Bundestagsabgeordneten direkt anschreiben und sie auffordern, sich im parlamentarischen Verfahren für die Finanzierung der zivilen Seenotrettung einzusetzen. Mit wenigen Klicks kannst du über unser Online-Tool deine Postleitzahl eingeben, die zuständigen Abgeordneten finden und ihnen eine vorbereitete Nachricht schicken.
Zeig ihnen: Die Finanzierung der zivilen Seenotrettung ist keine Nebensache. Menschenleben zu retten ist politische Verantwortung.
