Die ALAN KURDI

Einsatzzeitraum: ab 2018

Nachdem unter politischem Druck im Sommer 2018 unseren bisherigen Rettungsschiffen die niederländische Flagge entzogen worden war, erfolgte ein wegweisender Schritt nach vorne. Im folgenden Herbst erwarben wir das 38 m lange ehemalige Forschungsschiff PROFESSOR ALBRECHT PENCK (Baujahr 1951) in Stralsund und entsendeten es im Dezember 2018 als Rettungsschiff ins Mittelmeer.

Denn auch wenn die Europäische Union die Augen vor der katastrophalen Menschenrechtslage im Mittelmeer verschloss, wir sahen immer noch die zahlreichen Seenotfälle und Todesopfer an Europas Grenzen.

  • ALAN KURDI im Mittelmeer
  • Geflüchtete mit Kind

Ein halbes Jahr nachdem uns aus politischen Gründen der Betrieb unserer bisherigen Rettungsschiffe unmöglich gemacht wurde, rettete unser neues Schiff kurz nach Weihnachten 2018 wieder Menschen aus einem überladenen Fischerboot.

In 2018 bekämpfte die europäische Politik in noch nie dagewesenem Maße die zivile Seenotrettung, die Menschenrechte im Mittelmeer und damit auch sich selbst. Anstatt über Menschenrechte und Gleichheit diskutierte Europa über Flaggen und Schiffszulassungen.

Anfang 2019 beschloss Sea-Eye, ein Zeichen zu setzen und die europäische Politik und die Öffentlichkeit daran zu erinnern, was die Abschottungspolitik der Europäischen Union für jeden einzelnen Toten und seine Angehörigen bedeutet. Dafür erinnerte Sea-Eye an ein Einzelschicksal, das symbolisch für die vielen Schicksale auf dem Mittelmeer steht – an das der Familie Kurdi.

2015 floh Abdullah Kurdi mit seiner Frau Rehanna Kurdi und seinen beiden Söhnen Ghalib und Alan zusammen mit anderen Flüchtenden aus der Türkei. Ihr Ziel war Griechenland, denn sie hofften in der Europäischen Union Sicherheit und Schutz zu finden. Als ihr Boot sank, ertrank fast die gesamte Familie. Nur der Vater überlebte.

Eine Reporterin fand die Leiche des jungen Alan, mit einem roten T-Shirt und einer blauen Hose bekleidet, mit dem Gesicht im Sand an einem türkischen Strand. Das Foto des kleinen Alan ging um die Welt, zeigte es doch an einem Einzelschicksal, was die Abschottungspolitik für Flüchtende bedeutet.

  • Schnellboot der ALAN KURDI im Mittelmeer
  • Schiffstaufe: ALAN KURDI

Am 10. Februar 2019 taufte Abdullah Kurdi unser Rettungsschiff im Hafen von Palma de Mallorca auf den Namen seines jüngsten Sohnes. Seitdem erinnert der Name unseres Schiffs daran, was wirklich zählt: Menschenleben retten

Gleichzeitig fordert dieser Name aber auch von den europäischen Staaten, ihre Abschottungspolitik aufzugeben und die Menschenrechte der Flüchtenden ohne Einschränkungen zu schützen. 2019 rettete die ALAN KURDI 443 Menschen vor dem Ertrinken, darunter viele Kinder, ihre Mütter und Väter.

Bitte unterstützen Sie uns mit einer Schiffspatenschaft, damit wir auch in 2020 Menschen in den schwersten Stunden ihres Lebens zur Hilfe kommen können.