Die SEA-EYE

Einsatzzeitraum: 2016-2018

In 2015 flohen tausende Menschen über das Mittelmeer. Viele von ihnen starben bei dem Versuch, Krieg, Gewalt und Hunger zu entkommen. Für viele Flüchtende endete ihre Suche nach einem menschenwürdigen Leben tödlich. Wenn die seeuntauglichen Boote mit Wasser vollliefen, ertranken regelmäßig hunderte Menschen. Eltern verloren ihre Kinder und Freund*innen starben nebeneinander. In den vergangenen Jahren kämpften tausende Flüchtende in den Wellen ums Überleben.

Als Reaktion auf die unfassbaren Schicksale im Mittelmeer fand sich im Herbst 2015 in Regensburg eine Gruppe von Menschen zusammen, die das Sterben auf dem Mittelmeer nicht mehr mitansehen wollte, allen voran Michael Buschheuer mit Familie und Freund*innen. Sie gründeten den Verein Sea-Eye e. V., dessen Ziel seitdem das Auffinden von Personen in Seenot und deren Rettung ist.

  • Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer
  • Kind auf der SEA-EYE

Das erste Rettungsschiff des Vereins war der 26,5 m lange Fischkutter SEA-EYE (Baujahr 1958). Freiwillige Helfer*innen rüsteten das Schiff in der Werft in Rostock um und überführten es im Februar 2016 nach Sizilien. Von da an suchte die SEA-EYE nach Seenotfällen im zentralen Mittelmeer und leistete erste Hilfe. Bei einem Seenotfall bestand die Hauptaufgabe der SEA-EYE darin, die Flüchtenden mit Rettungswesten und Wasser zu versorgen. Medizinische Notfälle wurden in der Krankenstation des Rettungsschiffes behandelt. Bei insgesamt 22 Einsätzen rettete die SEA-EYE über zehntausend Menschen das Leben.

Im Sommer 2018 hatte die Europäische Union alle Rettungseinsätze im Mittelmeer beendet. Gleichzeitig wurden die zivilen Seenotretter*innen von vielen Politiker*innen aktiv bekämpft und die lebensrettende Arbeit kriminalisiert. Auf Druck des damaligen italienischen Innenministers Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Partei „Lega Nord“ wurde unseren beiden Schiffen SEA-EYE und SEEFUCHS die niederländische Flagge entzogen.

Dieser politische Schritt zielte darauf ab, die lebensrettenden, humanitären Einsätze von Sea-Eye zu verhindern, denn beide Schiffe waren bis dahin ordnungsgemäß im königlichen Schiffsregister der Niederlande registriert gewesen. Die europäischen Staaten versuchten mit einer nochmals verschärften restriktiven Abschottungspolitik, die den Tod tausender Menschen im Mittelmeer einkalkulierte, die Ankunftszahlen der Schutzsuchenden zu reduzieren. Die Menschenrechte der Flüchtenden wurden dabei schwer missachtet und verletzt.

  • SEA-EYE

  • SEA-EYE im Mittelmeer

Im Juni 2019 gelang es, die SEA-EYE nach Hamburg zu überführen, wo sie seitdem unter dem Namen THINKBOAT als Dokumentationsschiff für Flucht und Rettung dient. Damit ist die SEA-EYE als ehemaliges Rettungsschiff nun ein Mahnmal für Europa zur Achtung von Menschenrechten und Zivilcourage.

Bitte unterstützen Sie unser derzeitiges Rettungsschiff ALAN KURDI mit einer Schiffspatenschaft, damit wir auch in 2020 Menschen in den schwersten Stunden ihres Lebens zur Hilfe kommen können.