Die SEEFUCHS

Einsatzzeitraum: 2017-2018

Zwei Jahre nach der Vereinsgründung in 2015 war die Lage im Mittelmeer immer noch katastrophal. Weiterhin flohen tausende Kinder, Frauen und Männer vor Menschenrechtsverletzungen über das Mittelmeer. Italien hatte 2014 die Rettungsmission Mare Nostrum eingestellt und die Europäische Union verweigert sich seitdem ihrer Verantwortung für die Lage im Mittelmeer.

Um noch mehr Menschen in den schwersten Stunden ihres Lebens zur Hilfe zu kommen und eine ständige Präsenz im Einsatzgebiet zu erzielen, kaufte der Verein 2017 die SEEFUCHS (Baujahr 1959). Das ehemalige Forschungsschiff war baugleich zu unserem ersten Rettungsschiff SEA-EYE.

Nach der Überführung der SEEFUCHS von Stralsund nach Malta stach unser feuerrotes Schiff ab Mai 2017 in den ersten Rettungseinsatz. Bis Sommer 2018 waren die Crews der SEEFUCHS an zahlreichen Rettungseinsätzen beteiligt und dokumentierten die Menschenrechtslage im Mittelmeer.

  • SEEFUCHS im Mittelmeer

  • SEEFUCHS

Im Sommer 2018 hatte die Europäische Union alle Rettungseinsätze im Mittelmeer beendet. Gleichzeitig wurden die zivilen Seenotretter*innen von vielen Politiker*innen aktiv bekämpft und die lebensrettende Arbeit kriminalisiert. Auf Druck des damaligen italienischen Innenministers Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Partei „Lega Nord“ wurde unseren beiden Schiffen SEA-EYE und SEEFUCHS die niederländische Flagge entzogen.

Dieser politische Schritt zielte darauf ab, die lebensrettenden, humanitären Einsätze von Sea-Eye zu verhindern, denn beide Schiffe waren bis dahin ordnungsgemäß im königlichen Schiffsregister der Niederlande registriert gewesen. Die europäischen Staaten versuchten mit einer nochmals verschärften restriktiven Abschottungspolitik, die den Tod tausender Menschen im Mittelmeer einkalkulierte, die Ankunftszahlen der Schutzsuchenden zu reduzieren. Die Menschenrechte der Flüchtenden wurden dabei schwer missachtet und verletzt.

Im Februar 2019 konnte die SEEFUCHS an unsere spanische Partnerorganisation Proem-Aid übergeben werden. Seitdem verwendet Proem-Aid die SEEFUCHS als Trainingsschiff und bildet Seenotretter*innen für ihren Einsatz im Mittelmeer aus. Proem-Aid ist seit 2018 enger Kooperationspartner und beteiligt sich mit Crewmitgliedern an unseren Rettungseinsätzen.

Bitte unterstützen Sie unser derzeitiges Rettungsschiff ALAN KURDI mit einer Schiffspatenschaft, damit wir auch in 2020 Menschen in den schwersten Stunden ihres Lebens zur Hilfe kommen können.

  • Geflüchtete nach einer Rettung auf der SEEFUCHS