ALAN KURDI erreicht Lampedusa

Innerhalb von 12 Stunden rettete die Crew am Samstag 133 Menschen aus drei verschiedenen Booten. Zunächst 90 Menschen aus einem Schlauchboot und 24 Menschen aus einem kleinen Holzboot.

Auf beiden Booten gab es kein Satellitentelefon, sodass die Menschen niemals Hilfe hätten rufen können. Sie wären nirgends angekommen“, berichtet Kai, Menschenrechtsbeobachter an Bord der ALAN KURDI.

Die Wache des Schiffes entdeckte beide Schiffe mit dem Fernglas.

Bei der Größe des Suchgebietes ist das reines Glück. Wir fragen uns, wieviele Boote wohl ungehört und ungesehen verschwinden“, so Kai.

Gerettete Familie bei Nacht auf der ALAN KURDI

Nach Einbruch der Nacht fand die Crew ein weiteres Holzboot mit 19 Menschen, deren Notruf von AlarmPhone an die Behörden und die ALAN KURDI weitergeleitet worden war. 18 Personen sind libysche Staatsbürger*innen. Auf die schriftlichen Anfragen des Kapitäns des Sea-Eye-Schiffes reagierten weder die zuständigen libyschen Behörden noch die Rettungsleitstellen in Rom und Valletta.

Viele Kinder wurden gerettet

62 Personen der geretteten Menschen geben an minderjährig zu sein. Es sind mehrere Familien und eine schwangere Frau an Bord. Das jüngste Kind ist noch ein Baby und laut der libyschen Mutter erst fünf Monate alt.

Die Familien und die Kinder sind besonders schutzbedürftig. Die ALAN KURDI erreichte inzwischen Lampedusa. Dort haben wir Italien um einen sicheren Hafen gebeten und baten darum, wenigstens die Familien und die Minderjährigen unverzüglich zu evakuieren“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye.

Sea-Eye befürchtet eine weitere Blockade, denn zuvor wurde das spanische Rettungsschiff OPEN ARMS mehr als sieben Tage mit rund 270 Menschen blockiert.

Die italienischen Behörden unterstützen zivile Seenotretter*innen nur noch sehr zögerlich und halten unsere Schiffe lieber über Wochen in ihren Häfen fest. Man scheint dort keine Skrupel zu haben, die geretteten Menschen und die Besatzungen durch Blockaden in Gefahr zu bringen, um anschließend auf eine durchschaubare Weise zu argumentieren, dass die Schiffe für genau diese Situationen nicht geeignet seien“, sagt Isler weiter.

Gerettete Menschen sprechen über Fluchtgründe

Menschrechtsbeobachter Kai sprach mit den geretteten Menschen an Bord der ALAN KURDI über ihre Fluchtgründe.

„There is war in my country. Sunna are being persecuted. I had to flee because they wanted to kill me.“

— 29 Jahre alter Mann aus dem Jemen —

„The government removed me from my home. Some milices catched me in Libya and I had to pay so that they don’t kill me. I had to flee to survive.“

— 28 Jahre alter Mann aus Ägypten —

„The war in Libya destroyed my house and left my family and me without nothing. I spent all I had for a surgery which my son needed but he still needs urgent help which I cannot get in Libya. I never imagined to leave my country like this but there was no other way to protect my family.“

— 45 Jahre alter Mann aus Libyen —