Hans und Susanne Sigl unterstützen das neue Rettungsschiff SEA-EYE 4

Der österreichische Schauspieler Hans Sigl, unter anderem bekannt durch die ZDF-Serie „Der Bergdoktor“, spielte am Samstag, dem 30. Januar 2021, mit seiner Frau Susanne in der ARD-Show „Das Quiz mit Jörg Pilawa“ im Prominenten-Special für den guten Zweck. Am Ende gewann das Paar 30.000 €, die sie der Regensburger Seenotrettungsorganisation Sea-Eye zukommen lassen.

Der Betrag wird von Sea-Eye für die Ausrüstung des neuen Schiffs SEA-EYE 4 verwendet werden, das sich zurzeit in der finalen Umbauphase zum Rettungsschiff befindet. Für die letzten Meter der Umbauarbeiten ist Sea-Eye immer noch auf Spenden angewiesen, denn die SEA-EYE 4 soll schon Anfang März ins Mittelmeer überführt werden und von dort möglichst schnell in den ersten Einsatz starten.

Hans Sigl

Ich unterstütze die Arbeit von Sea-Eye im Mittelmeer, da wir niemals akzeptieren dürfen, dass Menschen spurlos verschwinden“, sagt Hans Sigl zu seinem Engagement für Sea-Eye.

Im Jahr 2021 sind schon mindestens 105 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Unsere Hilfe wird dringend benötigt. Wir danken Hans und Susanne Sigl für ihre großartige Unterstützung, damit wir die SEA-EYE 4 möglichst bald in den Einsatz schicken können“, so Kai Echelmeyer von Sea-Eye e. V.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) engagiert sich schon seit einigen Jahren in der Seenotrettung und unterstützt verschiedene Seenotrettungsorganisationen, darunter auch Sea-Eye e. V., regelmäßig finanziell. Mit der Gründung des Bündnisses für zivile Seenotrettung – United4Rescue (Gemeinsam Retten e. V.) – wurde dieses Engagement noch sichtbarer, weil sich hunderte zivile Akteur*innen in diesem Bündnis versammelten. Gemeinsam wurde das erste Bündnisschiff SEA-WATCH 4, das mehr als 300 Menschen vor dem Ertrinken rettete, in den Einsatz geschickt.

Nun haben drei (Erz-) Bistümer, München und Freising, Paderborn und Trier, verkündet, dass sie dem zweiten Bündnisschiff SEA-EYE 4 mit einer gemeinsamen Spende und Erklärung Rückenwind geben werden. Aber auch das Engagement der katholischen Kirche ist nicht neu. Einzelne (Erz-) Bistümer unterstützen die zivilen Seenotretter*innen schon seit mehreren Jahren.

So stellte das Bistum Regensburg für Sea-Eye Ressourcen in der Krisenberatung und Traumabewältigung für Sea-Eye-Crews zur Verfügung. Das Bistum Hildesheim unterstützte Sea-Eye finanziell und die Caritas Hildesheim entwickelte das 11. Gebot „Du sollst nicht ertrinken lassen“ zur Unterstützung der Seenotrettung und sammelte Spenden für Sea-Eye.

Kardinal Reinhard Marx unterstützt seit 2018 die Rettung von Menschenleben im Mittelmeer mit Spenden an die Seenotrettungsorganisationen Mission Lifeline, SOS Méditerranée, United4Rescue und Sea-Eye. Das Erzbistum Paderborn ist seit 2019 an der Seite von Sea-Eye aktiv und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Sea-Eye’s Rettungsschiff ALAN KURDI in einer Zeit einsatzbereit blieb, als Matteo Salvini praktisch die gesamte Seenotrettung lahmlegte. Mit der finanziellen Unterstützung aus Paderborn rettete Sea-Eye hunderte Menschenleben.

Generalvikar: Alfons Hardt

Die wiederholte Unterstützung des Erzbistums Paderborn begründet Generalvikar Alfons Hardt: „Als Christen können wir nicht anders, als Menschen in Not zu helfen. Wir dürfen und wollen Menschen nicht ertrinken lassen. Die Unterstützung der Seenotrettung ist ein bewusstes Zeichen des gelebten Glaubens. Jeder Mensch ist von Gott als sein Ebenbild geschaffen. Jedes Menschenleben ist gleich viel wert. Das ist unser Verständnis von der unverlierbaren Menschenwürde ohne Ansehen der Person. Da ist uns unser Glaube Auftrag und Pflicht.

Er ist stärker als alle Angst und Verunsicherung und führt auch zu weiterem christlichem Engagement bei der Hilfe für Flüchtlinge bis hin zu ihrer Integration. Auch symbolische Taten und kleine Beiträge zur Unterstützung sind wichtig. Sicher können wir die Welt nicht retten. Aber es ist schon viel gewonnen, wenn wir das tun, was wir können. Wie es aktuell aussieht, müssen wir das auch weiterhin. Denn solange keine tragfähigen politischen Lösungen für eine wirksame Seenotrettung im Mittelmeer und gegen die eigentlichen Ursachen der Fluchtbewegungen gefunden sind, bleibt es unverzichtbar, sich als Christ für seine Mitmenschen in Not einzusetzen und sie vor dem Ertrinken zu retten.“

Immer mehr Institutionen und Akteur*innen versammeln sich hinter den Seenotretter*innen. Diesem Unterstützerkreis hat sich nun auch das älteste deutsche Bistum in Trier angeschlossen. So schreibt Dr. Ulrich von Plettenberg, Generalvikar im Bistum Trier, zum aktuellen Engagement des Bistums für die SEA-EYE 4:

Generalvikar: Dr. Ulrich von Plettenberg

„Wir setzen uns für die Bewahrung des Lebens zu jeder Zeit ein. In diesem Fall geht es darum, Leben zu retten. Wir können nicht tatenlos zusehen, wie quasi vor unserer Haustüre Menschen ertrinken. Den Verein Sea-Eye mit seinem Vorsitzenden Gorden Isler habe ich als glaubwürdige, uneigennützige und weltoffene Gruppe kennengelernt. Das Thema Seenotrettung bewegt viele Menschen im Bistum Trier. Das zeige das vielfältige Engagement etwa verschiedener Jugendgruppen, Pfarreien und Dekanate, Verbände oder des Katholikenrats im Bistum Trier. „Bei allen wichtigen innerkirchlichen Themen dürfen wir den Blick über den Tellerrand hinaus nie vergessen.“

Die gemeinsame Erklärung und die Spenden aller drei (Erz-) Bistümer an Sea-Eye sind ein wichtiges, sichtbares Signal an die eigene Kirche, an die Politik, an die Gesellschaft und an ein wachsendes Bündnis hinter den zivilen Seenotretter*innen. Wie die evangelische Pastorin Sandra Bils im Jahr 2019 unmissverständlich und klar formulierte: „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt!“

Gemeinsame Pressemitteilung der katholischen (Erz-)Bistümer München und Freising, Paderborn und Trier

München und Freising, Paderborn und Trier spenden 125.000 Euro an Hilfsorganisation Sea-Eye

Die deutsche Hilfsorganisation zur Seenotrettung Sea-Eye wird mit insgesamt 125.000 Euro von den drei katholischen (Erz-)Bistümern München und Freising, Paderborn sowie Trier unterstützt. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, spendet 50.000 Euro aus den Haushaltsmitteln, die ihm aus dem Etat der Erzdiözese für soziale, caritative und weltkirchliche Zwecke bereitstehen, um zügig und unbürokratisch zu helfen. Für das Bistum Trier stellt Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg 25.000 Euro aus den Rücklagen seines Budgets zur Verfügung. Weitere 50.000 Euro aus dem Etat für pastorale Sonderaktivitäten des Generalvikars steuert für das Erzbistum Paderborn Generalvikar Alfons Hardt bei.

Mit der Unterstützung der katholischen Bistümer soll die Überführung des Schiffs Sea-Eye 4 ins Mittelmeer finanziert werden. „Die Spenden der katholischen Bistümer München und Freising, Paderborn und Trier ermöglichen es uns, die SEA-EYE 4 nach den Werftarbeiten unverzüglich ins Einsatzgebiet zu schicken. Durch den Rückenwind der katholischen Bistümer haben Sea-Eye und United4Rescue die Möglichkeit, zukünftige Spenden für die Werft- und Einsatzkosten zu verwenden. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e. V. „Auf bemerkenswerte Weise machen die drei Bistümer das Engagement der katholischen Kirche unmissverständlich und gemeinsam sichtbar“, fügt Isler hinzu.

Die SEA-EYE 4 soll für ihren ersten Rettungseinsatz im Frühjahr ins Mittelmeer überführt werden. Es handelt sich um das vierte Rettungsschiff der Regensburger Seenotrettungsorganisation und zeitgleich um das zweite Bündnisschiff des zivilgesellschaftlichen Bündnisses für die Seenotrettung United4Rescue. Mit den Schiffen SEA-EYE, SEEFUCHS und ALAN KURDI beteiligte sich Sea-Eye seit 2015 an der Rettung von mehr als 15.000 Menschenleben.

Die Erzdiözese München und Freising unterstützt daneben mit 50.000 Euro aus ihrem Katastrophenfonds die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée.

Kai besucht die SEA-EYE 4

Die Umbauarbeiten zum Rettungsschiff sind eine spannende Angelegenheit. Viele verschiedene Gewerke arbeiten auf der SEA-EYE 4, um das ehemalige Forschungsschiff für seinen lebensrettenden Einsatz auszurüsten. Aber was genau ist auf der SEA-EYE 4 los? Kai ist zur Werft gefahren, um die Werftcrew zu treffen. In seinem neusten Video steigt Kai mit Maschinist Simon tief hinab in die SEA-EYE 4.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Weitere Videos von Kais Besuch auf der Werft findet ihr auf unserem YouTube-Kanal. Ihre Spende hilft dabei, die SEA-EYE 4 für den Einsatz auszurüsten.

Mindestens 105 Menschen verloren im Januar bereits ihr Leben im Mittelmeer

Der erste Monat in diesem Jahr ist noch nicht vorbei und es gibt bereits 105 dokumentierte Fälle von geflüchteten Menschen, die ihr Leben im Mittelmeer verloren haben. 105 Menschen, die wir als Europäische Union im Mittelmeer verloren haben.

105 Menschen haben gehofft, in diesem Jahr in der Europäischen Union Sicherheit und Frieden zu finden. Sie sind auf ihrer Flucht gestorben, weil die internationale Gemeinschaft sich nicht um sie gekümmert und sie stattdessen da draußen auf dem Meer völlig alleine gelassen hat. Schon wieder mussten 105 Menschen ertrinken, weil es noch immer keine staatliche Seenotrettung gibt. Stattdessen werden die zivilen Seenotrettungsorganisationen von Regierungen und Behörden der EU-Mitgliedsstaaten insbesondere auch vom deutschen Innenministerium und der italienischen Küstenwache behindert und blockiert.

Dabei steht auch fest, dass dies bloß die Zahl der Toten ist, die von der Internationalen Organisation für Migration offiziell dokumentiert werden konnte. Die Dunkelziffer liegt dabei noch wesentlich höher, denn viele Körper verschwinden im Meer und erscheinen nicht mal als Zahl in der Statistik. Für die Angehörigen derer, die auf See verschollen oder ertrunken sind, sind diese Menschen keine Zahlen in einer Statistik. Stattdessen müssen sie damit leben, dass sie keine Gewissheit haben, was mit ihren Müttern und Vätern, Onkeln und Tanten, Söhnen und Töchtern, Schwestern und Brüdern oder ihren Freund*innen passiert ist.

Jedes einzelne Menschenleben ist kostbar, jede Person hat das Recht auf ein Leben in Sicherheit und Freiheit. Wir werden auch 2021 alles in unserer Macht Stehende tun, um so viele Menschen wie möglich vor diesem grauenhaften Schicksal auf See zu bewahren.

Kämpfen Sie gemeinsam mit uns dafür, dass dieses sinnlose Massensterben endlich aufhört. Derzeit bauen wir die SEA-EYE 4 zum Rettungsschiff um und planen im Frühjahr in den Einsatz aufzubrechen. Dafür benötigen wir aber noch Spenden. Bitte helfen Sie uns.

Bei dem Titelfoto handelt es sich um ein Symbolbild.

In dieser Woche wurde die Entscheidung getroffen, die Partnerschaft zwischen Sea-Eye und MOAS zu beenden. Beide Organisationen bleiben der Rettung von Menschenleben auf See und ihrem humanitären Auftrag verbunden.

Obwohl die Partnerschaft nicht zu einem gemeinsamen Einsatz im Jahr 2021 führt, sind wir der Meinung, dass die strategische Planung und die bisherige prozessuale Zusammenarbeit für beide Parteien von Vorteil waren.

Die unterschiedlichen Herangehensweisen und Methoden, die in die Partnerschaft eingebracht wurden, haben auf beiden Seiten Möglichkeiten zum Lernen und Wachsen geschaffen.

Es wurde jedoch beschlossen, dass es für beide Seiten von Vorteil wäre, wenn beide Parteien zum jetzigen Zeitpunkt unabhängig voneinander operative Maßnahmen entwickeln würden.

Bei Such- und Rettungsmissionen geht es um die Zusammenarbeit aller Akteure zu Wasser, zu Lande und in der Luft, um möglichst viele Menschenleben zu retten, wenn es darauf ankommt. Wir hoffen, dass diese kurze, aber effektive Zusammenarbeit mit Sea-Eye zusätzliche Ratschläge und Fachwissen geliefert hat, damit sie bei ihrem bevorstehenden Einsatz im zentralen Mittelmeer möglichst viele Menschenleben retten können“, sagte Regina Catrambone, Direktorin von MOAS.

Es war eine sehr wichtige Erfahrung, mit dem Team von MOAS zusammenzuarbeiten, und wir danken ihnen für die Zusammenarbeit, von der unsere zukünftigen Rettungsmissionen profitieren werden. Auch unser Team hat von der Expertise von MOAS gelernt. Wir fühlen uns bestens vorbereitet, um unsere Rettungseinsätze mit der SEA-EYE 4 durchzuführen“, sagte Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e. V.

Das Schiff SEA-EYE 4 wird derzeit zum Rettungsschiff umgebaut und soll im Frühjahr in den ersten Einsatz starten.

Italienische Küstenwache verweigert weitere Inspektionen

Seit drei Monaten hält die italienische Küstenwache das Sea-Eye-Rettungsschiff ALAN KURDI in Olbia auf Sardinien fest. Gegen die Festsetzung reichte Sea-Eye am 05. Januar 2021 Klage beim Verwaltungsgericht in Cagliari ein. Das Gericht soll nun in einem Eilverfahren über die Rechtmäßigkeit der Festsetzung entscheiden. Es war die zweite Festsetzung des Schiffes in Folge eines Rettungseinsatzes im vergangenen Jahr. Im September hatte die Crew der ALAN KURDI 133 Menschen gerettet, darunter 62 Minderjährige.

Die italienische Küstenwache argumentiert unter anderem, dass das Schiff zu wenig Toiletten an Bord hätte, die Fäkalientanks seien zu klein und es seien zu viele Rettungswesten an Bord. Es sind die gleichen politisch motivierten Argumente, die von der Küstenwache auch gegen andere deutsche Rettungsschiffe vorgetragen werden.

Zuletzt verweigerte die italienische Küstenwache weitere Inspektionen zur Beendigung der Festsetzung. Als Argument wurde angeführt, dass die Erklärungen der deutschen Flaggenstaatsverwaltung und der Klassifikationsgesellschaft „keine eindeutigen Beweise und Belege“ dafür wären, dass die Beanstandungen des Schiffes behoben seien.

Die Küstenwache nimmt aus rein politischen Motiven bewusst eine grundsätzlich gegensätzliche Haltung zu den deutschen Kolleg*innen ein und schafft so eine unauflösbare Situation. Deshalb können wir praktisch nichts Anderes tun als erneut zu klagen“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e. V.

Mit Blick auf das Gerichtsverfahren der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch, deren Klage gegen die Festsetzung zweier Rettungsschiffe am 23. Dezember 2020 vom Verwaltungsgericht in Palermo an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) verwiesen wurde, sagt Isler weiter:

Wir befürchten, dass unser Fall ebenfalls an den EuGH verwiesen wird. Ein mehrjähriges Verfahren würde große Probleme verursachen und grundsätzliche Fragen aufwerfen. Auch ein blockiertes Schiff kostet viel Geld. Das sind Spenden, die wir lieber in die Ausrüstung unseres neuen Rettungsschiffes SEA-EYE 4 investieren wollten, um Menschenleben zu retten, statt vor Gericht über politisch motivierte Scheinargumente zu streiten.

Im August wehrte sich Sea-Eye zum ersten Mal gegen die Festsetzung der ALAN KURDI vom 5. Mai. Bis heute gibt es in dieser Sache jedoch noch keinen Verhandlungstermin.