Italienische Behörden schienen unvorbereitet

Die ALAN KURDI erreichte Freitagvormittag (25.09.20) den Hafen in Olbia auf Sardinien. Es sollte bis Samstagmittag um 13:15 Uhr dauern, bis alle geretteten Menschen das Schiff verlassen durften. Der Vorgang, die Menschen zu registrieren und einem Gesundheitscheck zu unterziehen, dauerte erheblich länger als üblich.

Am gestrigen Tag mussten unsere Gäste daher viele Stunden in Kälte, Wind und Regen an Deck der ALAN KURDI warten. 61 Menschen mussten sogar eine weitere Nacht an Bord verbringen, da die italienischen Behörden gestern gegen 20:30 Uhr den Vorgang der Registrierungen aussetzten und erst am Samstagvormittag neu begannen.

Gerettete mit Decke

Warum es so lange gedauert hat, können wir nur vermuten. Es sieht aber danach aus, dass die italienischen Behörden einfach überfordert waren. Für unsere Gäste, die frierend in Decken gehüllt im Regen warten mussten, war dies kein freundlicher Empfang, aber sie ertrugen es mit großer Geduld“ berichtet Kai, Menschenrechtsbeobachter an Bord der ALAN KURDI.

Vorbereitungen in Olbia

Die Crew wurde mittlerweile auch auf Covid-19 getestet. Die Ergebnisse stehen noch aus. Die italienischen Behörden hatten bereits gestern angekündigt, dass die Crew der ALAN KURDI eine 14-tägige Quarantäne in Olbia absolvieren soll. Die Bitte des Kapitäns, den Zielhafen Marseille anzulaufen, wurde abgelehnt.

Wir haben während dieser Mission von keinem EU-Staat Unterstützung in unserer Arbeit erfahren. Aber wir sind froh, dass wir 133 Menschen an einen sicheren Ort bringen konnten. Wir wünschen diesen Menschen alles erdenklich Gute“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye zum Abschluss der Mission.

Die Crew bereitet das Rettungsschiff derweil auf den nächsten Einsatz vor.