United4Rescue finanziert Mission des neuen Rettungsschiffs

Das neue Rettungsschiff SEA-EYE 4 brach am 08.05.2021 vom spanischen Hafen in Burriana zum ersten Mal in den Einsatz auf. Das Schiff wird das Such- und Rettungsgebiet im zentralen Mittelmeer voraussichtlich in 5 Tagen erreichen. Unterstützt wird der humanitäre Einsatz der SEA-EYE 4 auf dem Mittelmeer von United4Rescue, dem Bündnis für die zivile Seenotrettung, und der Hilfsorganisation German Doctors.

United4Rescue finanziert Missionskosten

United4Rescue unterstützt die Missionen der SEA-EYE 4 mit weiteren 423.000 Euro und ermöglicht so die Erweiterung der zivilen Rettungskapazitäten im Mittelmeer. Zuvor hatte United4Rescue bereits maßgeblich den Kauf und Umbau des Schiffes finanziert. Die SEA-EYE 4 ist bereits das zweite Bündnisschiff von United4Rescue.

Wir sind unserem Bündnispartner United4Rescue sehr dankbar, dass sie uns weiter unterstützen. Dank der Hilfe von United4Rescue konnte die SEA-EYE 4 heute ins Einsatzgebiet aufbrechen. Mehr als 600 Menschen sind in den vergangenen 4 Monaten an Europas Außengrenze ertrunken. Italienische Wissenschaftler*innen zeigten kürzlich, dass die EU-Mitgliedsstaaten zuließen, dass das Risiko, auf See zu sterben, wieder deutlich gestiegen ist. Wir brauchen endlich sichere Fluchtrouten“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e. V.

Fahne: United4Rescue

Wir sind stolz und glücklich, dass die SEA-EYE 4 mit unserer Unterstützung heute in ihren ersten Einsatz starten konnte. Das schlimme Bootsunglück Ende April und die vielen Rettungen der Sea-Watch 4 und der Ocean Viking in den vergangenen Wochen haben wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, dass die zivile Seenotrettung im Mittelmeer unverzichtbar ist. Auch wir möchten uns bei allen bedanken, die uns unterstützt und gespendet haben. Ohne sie wären der Kauf, der Umbau und die erste Mission der SEA-EYE 4 nicht möglich gewesen und wir hoffen auch in Zukunft auf eine breite Unterstützung“, sagt Michael Schwickart, Vorstandsmitglied von United4Rescue.

Neue Kooperation zwischen German Doctors und Sea-Eye

Um flüchtende Menschen, die im Mittelmeer aus Seenot gerettet wurden, besser medizinisch zu versorgen, sind German Doctors e. V. und Sea-Eye e. V. eine Kooperation eingegangen. So ist bei der aktuellen Mission erstmals ein German Doctor an Bord.

Der Internist und Einsatzarzt Stefan Mees begründet sein ehrenamtliches Engagement wie folgt: „Jedes Menschenleben ist kostbar und keines sollte in den Wassern des Mittelmeeres verloren gehen. Zudem wird aktuell nur durch die zivile Seenotrettung das Bewusstsein wachgehalten, dass an den europäischen Außengrenzen etwas Furchtbares passiert, das nicht mit europäischen Werten übereinstimmt.

Stefan Mees, Einsatzarzt von German Doctors

German Doctors ist Mitglied im Bündnis United4Rescue und machte sich schon in der Vergangenheit für die zivile Seenotrettung stark. Durch die Kooperation mit Sea-Eye bringt German Doctors sich nun auch operativ auf der SEA-EYE 4 ein.

Auch in den Zeiten der Pandemie dürfen wir den Blick nicht dafür verlieren, dass weiterhin Menschen auf den gefährlichen Seerouten ihr Leben riskieren, um vor Not, Elend und Verfolgung in ihren Herkunftsländern zu flüchten. Es ist unsere Verantwortung, dass wir uns auch auf dem Mittelmeer den Menschen in ihrer verzweifelten Situation annehmen und ihnen medizinische Erstversorgung auf der SEA-EYE 4 anbieten“, sagt Dr. Christine Winkelmann, Vorständin German Doctors e. V.

Die SEA-EYE 4 ist in der Lage deutlich mehr Menschen eine Erstversorgung zu bieten, als unsere bisherigen Rettungsschiffe. Deshalb ist es für uns sehr wichtig, auch die medizinische Versorgung an Bord weiter zu professionalisieren. Die medizinische Erfahrung von German Doctors hilft uns dabei und wir freuen uns, mit ihnen einen weiteren, starken Bündnispartner an unserer Seite zu haben, der uns künftig operativ unterstützt“, so Isler.

SEA-EYE 4: Krankenstation

Zusätzliches Rettungsschiff wird dringend benötigt

Allein in diesem Jahr sind bis heute mindestens 616 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunken. Die EU-Staaten setzen Ertrinken lassen und die sogenannte libysche Küstenwache weiterhin als Werkzeug ein, um schutzsuchenden Menschen ihre Rechte zu verwehren. Mit der SEA-EYE 4 stellt sich Sea-Eye dem Sterben auf der tödlichsten Fluchtroute der Welt entgegen und wird so viele Menschen wie möglich vor dem Ertrinken oder der Rückführung in libysche Internierungslager retten.

SEA-EYE 4

Sea-Eye dankt allen Unterstützer*innen, insbesondere den vielen ehrenamtlichen Helfer*innen in der Werft und bei der Überführung ins Mittelmeer sowie den vielen Spender*innen, die den Einsatz des neuen Rettungsschiffs SEA-EYE 4 möglich gemacht haben. Die gesamte Crew an Bord wurde vor der Mission negativ auf Corona getestet und hat eine Quarantäne an Bord des Schiffes absolviert. Auch im Falle einer Rettung ist die Crew auf potenzielle Corona-Fälle mit einem strikten Hygienekonzept vorbereitet.