Aufziehender Starkwind verhindert weitere Rettungseinsätze

Die Crew der SEA-EYE 4 rettete am 1. September 29 Menschen aus akuter Lebensgefahr. Die Wache der SEA-EYE 4 entdeckte die Menschen am Mittwochmorgen mit dem Fernglas. Die aus Libyen flüchtenden Menschen saßen dicht gedrängt in einem kleinen, überfüllten Holzboot. Unter ihnen sind 18 Minderjährige, davon sind vier Babys, und acht Frauen. Zwei Frauen sind im neunten Monat schwanger.

Kurz nach der Rettung verschlechterte sich das Wetter, ein Tiefdruckgebiet zog auf und Starkwind kündigte sich an.

Die geretteten Personen hatten kein Satellitentelefon bei sich. Sie hatten unwahrscheinliches Glück, dass wir sie gefunden haben. Hätten wir sie nicht entdeckt, wären sie der unruhigen See schutzlos ausgeliefert geblieben“, berichtet Sophie Weidenhiller, Sprecherin von Sea-Eye e. V.

Die Einsatzleitung entschied am Donnerstagabend, die geretteten Menschen zügig in Sicherheit zu bringen. Besonders die beiden hochschwangeren Frauen und die Babys müssen nun schnellstmöglich an Land gebracht und medizinisch versorgt werden.

Es wäre aus unserer Sicht unverantwortlich, den Frauen eine Geburt bei schwerer See in einem Schiffshospital zuzumuten“, so Weidenhiller.

Sea-Eye informiert ständig die örtlichen Behörden über die akute Situation. Die italienische Küstenwache lehnte die Koordinierung am Donnerstagabend ab und verwies auf die Zuständigkeit der deutschen Behörden für die SEA-EYE 4.

Wir sind dankbar, dass die Crew der SEA-EYE 4 diese 29 Menschen retten konnte.  Zwar sind alle Geflüchteten in einer stabilen gesundheitlichen Verfassung, insbesondere für die zwei hochschwangeren Frauen und die vier Babys ist die Situation aber extrem belastend – zugespitzt nun auch noch durch die raue See und den starken Wind. Die Entscheidung, die Menschen direkt in einen sicheren Hafen zu bringen, ist die einzig richtige“, so Dr. Harald Kischlat, Vorstand German Doctors e. V.

Die SEA-EYE 4 hält nun Kurs auf die italienische Insel Sizilien und wird die italienischen und deutschen Behörden weiter um Hilfe bitten.