Heute wird weltweit erinnert und gemahnt: Für Solidarität mit flüchtenden Menschen, für bessere Versorgung und die Reduzierung von Fluchtursachen.

Was aber fehlt, sind Taten, um zumindest das Leid und den Tod an Europas Außengrenzen zu verhindern. Was an den Außengrenzen stattfindet, hat mit Solidarität wenig zu tun. Viel mehr lassen die europäischen Staaten Flüchtende am unsichtbaren Stacheldraht scheitern.

Zivile Rettungsschiffe werden festgehalten, wie unsere ALAN KURDI und die AITA MARI der spanischen Organisation SMH. Die neue Marine-Mission im Mittelmeer „Irini“ der EU-Staaten soll auf keinen Fall Leben retten und bildet stattdessen die sogenannte libysche Küstenwache aus. Frontex-Flugzeuge koordinieren völkerrechtswidrige Push-backs. Währenddessen harren zehntausende Menschen in den unwürdigen Lagern auf den griechischen Inseln aus.

Die zivile Seenotrettung zeigt seit fünf Jahren, dass niemand an Europas Außengrenzen ertrinken müsste, wenn ausreichend Seenotrettung betrieben würde. Genauso wenig müssten Menschen seit Jahren in völlig unwürdigen Lagern leiden oder auf seeuntüchtige Boote steigen, die den Namen „Boot“ eigentlich nicht verdienen.

Wir beweisen seit fünf Jahren: Unsere Version von Europa steht für Solidarität und Menschenrechte. Wir erwarten, dass die EU-Staaten endlich Menschen schützen statt Grenzen.

Unsere Forderungen zum Weltflüchtlingstag:

  • Ein Ende der Kriminalisierung von ziviler Seenotrettung
    Anstatt gegen die humanitären Organisationen zu arbeiten, brauchen wir den ausdrücklichen Schutz, um weiter Menschenrechte überwachen und durchsetzen zu können.
  • Sofortige Verteilung und sichere Häfen für Rettungsschiffe
    Nach dem im Frühjahr das Malta-Abkommen ausgesetzt wurde, gibt es keinen Mechanismus mehr, der eine sofortige Verteilung von aus Seenot geretteten Menschen regelt. Um das teilweise wochenlange Abwarten vor europäischen Häfen zu beenden, brauchen wir einen planbaren und verlässlichen Mechanismus für die Verteilung der Geretteten.
  • Beendet die Unterstützung für die sogenannte libysche Küstenwache
    Die EU-Staaten finanzieren und unterstützen die sogenannte libysche Küstenwache, damit diese Menschen auf dem Mittelmeer abfängt und zurück in das Bürgerkriegsland Libyen bringt. Diese menschenverachtende Praxis muss beendet werden. Libyen ist kein sicherer Ort!
  • Schickt staatlich organisierte Seenotrettung!
    Die humanitären Organisationen sind nur Lückenfüller. Es ist Aufgabe der europäischen Mitgliedsstaaten, Seenotrettung zu betreiben. Wenn wir das können, können es die Länder der Europäischen Union erst recht. Dafür müssen die EU-Staaten sofort Schiffe ins zentrale Mittelmeer entsenden.
  • Schafft sichere Fluchtrouten
    Niemand soll erst auf ein völlig untaugliches Boot steigen müssen, um Schutz zu finden. Wir brauchen legale und sichere Fluchtwege für flüchtende Menschen. Humanitäre Visa wären ein sinnvoller Anfang, um die gefährliche Flucht über Land und See zu verhindern.
  • Evakuiert die Lager auf den griechischen Inseln
    Die europäischen Staaten müssen endlich gemeinsam solidarisch handeln und flüchtende Menschen aufnehmen, besonders während einer globalen Pandemie. 130 aufnahmebereite Kommunen und Städte haben sich als sichere Häfen bereit erklärt, Menschen auf der Flucht Schutz zu bieten.

Flucht hat viele Gesichter – Zwei Schicksale

Anlässlich des Weltflüchtlingstags 2020 zeigen wir zwei Fluchtschicksale. Denn egal worüber politisch diskutiert wird, am Ende geht es um Menschen und ihre Rechte.

Hamed

Phuc

Petition zur Freilassung der Rettungsschiffe

Die ALAN KURDI und die AITA MARI sind immer noch im Hafen von Palermo festgesetzt. Unterschreiben Sie die Petition und fordern Sie mit uns die Freilassung der Rettungsschiffe.