Jederzeit kann ein Notruf eingehen

Wir sind nun im Such- und Rettungsgebiet angekommen und bereiten uns darauf vor, Menschen aus Seenot zu retten. Zwar hoffen wir, dass keine Menschen in seeuntauglichen Booten die gefährliche Überfahrt wagen, doch die letzten Monate und Jahre haben gezeigt, dass viele Menschen im Bürgerkriegsland Libyen keinen anderen Ausweg sehen und dann wollen wir da sein.

Die ALAN KURDI im Mittelmeer

Seitdem wir das Einsatzgebiet erreicht haben, halten wir intensiv Ausschau. Zusätzlich zu den Alltagsaufgaben an Bord (Kochen, Putzen, Waschen) und den Wachschichten, bei denen die Einsatzcrew in 4-Stunden-Schichten die Offiziere auf der Brücke unterstützen, halten wir nun jeweils zu zweit Ausschau vom Top-Deck, um Boote in Seenot rechtzeitig zu erkennen und zur Hilfe kommen zu können.

Ausschau halten nach Booten in Seenot

Dabei suchen wir akribisch den Horizont nach kleinen „Punkten“ ab, denn größer sieht ein Boot aus der Distanz nicht aus. Es ist sehr wichtig, sehr langsam vorzugehen und sich abzuwechseln – vier Augen sehen mehr als zwei.

Falls wir einen Anhaltspunkt haben, dass ein Boot in Seenot geraten ist, halten wir Rücksprache mit dem Kapitän und dem Einsatzleiter und nähern uns dann der Position, um genauer zu prüfen, ob jemand unsere Hilfe braucht.

Aktuell ist das Wetter schlecht und wir haben sehr hohe Wellen, sodass es sehr schwer wäre, nun eine Rettung durchzuführen. Wir sind alle sehr angespannt, da jederzeit ein Notruf kommen kann. Auch wenn wir gut vorbereitet sind und viele Trainings durchgeführt haben, kann man nie voraussehen, wie eine Rettung abläuft und muss gut auf die jeweiligen Umstände reagieren.

Was noch auf unserer Mission geschieht, erfahren Sie hier oder auf unseren Kanälen in den sozialen Medien.

Mit solidarischen Grüßen
Kai