Michael Schwickarts Rede auf der Taufe der SEA-EYE 4

„Ich bin richtig wütend auf Europa! Ein Europa, das Menschen ertrinken lässt, das sich abschottet, das die sogenannte libysche Küstenwache unterstützt.“

Michael Schwickart von unserem großartigen Bündnispartner United4Rescue erklärt bei seiner Rede zur Taufe der SEA-EYE 4, warum er wütend auf Europa ist und warum wir alle unsere Wut in Energie umwandeln müssen, um Menschen dort aus Seenot retten zu können, wo Europa seiner Pflicht nicht nachkommt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Claudia Roths Rede auf der Taufe der SEA-EYE 4

Wir haben uns sehr gefreut, dass auch die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth auf der Taufe der SEA-EYE 4 gesprochen hat und dabei so deutliche Worte fand:

Ich will mich nicht gewöhnen an das Sterben im Mittelmeer. Sterben, dass zu grausamer Normalität verkommen ist. Eine Normalität, die nie, die nie normal sein darf. Ich will nicht wegschauen und verdrängen, sondern will Gesicht zeigen und die Stimme erheben, für die Menschlichkeit, die jeden Tag ertrinkt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Alphas Rede auf der Taufe der SEA-EYE 4

Alpha wurde am 29.12.2018 von der ALAN KURDI im Mittelmeer gerettet. Bei der Taufe der SEA-EYE 4 hat er eine aufrüttelnde Rede gehalten. Hört ihm zu! Hört zu, wenn er seine Erfahrungen mit uns teilt und seine Forderungen stellt. Das geht vor allem an die Adresse der Europäischen Union.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wie Sophie den heutigen Taufpaten der SEA-EYE 4 traf

Sophie, Crewmitglied der ersten ALAN KURDI Rettungsmission, berichtet, wie sie Alpha Jor Barry, den heutigen Taufpaten der SEA-EYE 4, zwischen zwei Stürmen auf Hoher See fand.

Manchmal trifft man jemanden unter den seltsamsten und schwierigsten Umständen, aber gerade in Zeiten der Not können starke Freundschaften entstehen.

Im Dezember 2018 backte ich gerade traditionelle österreichische Weihnachtsplätzchen, als ich einen Anruf von der Sea-Eye-Crewingabteilung erhielt. Ein Crewmitglied für die nächste Rettungsmission war ausgefallen und ich wurde gebeten, einzuspringen. Anstatt nach dem Weihnachtsessen mit meiner Familie Kekse zu essen, sollte ich meine erste Seenotrettungsmission im Mittelmeer beginnen. Ich war sehr aufgeregt über die Neuigkeiten. Meine Familie hingegen machte sich große Sorgen, weil ich so lange auf See sein würde und wegen der schrecklichen Berichte über die sogenannte libysche Küstenwache, die für ihre gewalttätigen Einsätze bekannt ist.

Zwei Wochen später flog ich nach Spanien, um an Bord der ALAN KURDI meinen Platz in der Crew einzunehmen. Ich erinnere mich sehr gut an diese Mission, aber besonders erinnere ich mich an die Menschen.

Nach dem Ablegen war das Wetter zwei Wochen lang sehr rau mit hohen Wellen, die uns an Steuerbord und Backbord trafen und von rechts nach links warfen. Die alte, aber robuste ALAN KURDI rollte und stampfte in den Winterböen.

ALAN KURDI

Weihnachten feierten wir an Bord mit einem aus Holz geschnitzten Baum und einem köstlichen Essen. Und obwohl die gesamte Crew sich gut verstanden hat, blieb ein seltsames Gefühl. Wir wussten, dass kleine Boote bei so rauem Wetter keine Chance haben und schnell sinken.

Aber dann beruhigte sich das Meer und am zweiten Morgen wurde ich durch das laute Klopfen meines – jetzt guten Freundes – Daniel geweckt: „Da ist ein Boot!“ Ich sprang aus dem Bett und war in weniger als fünf Minuten einsatzbereit. Die wachhabende Crew hatte ein Holzboot mit 17 Menschen in Seenot gefunden, darunter viele Minderjährige. Wir näherten uns dem Boot mit unseren Einsatzbooten, verteilten Rettungswesten und brachten die Menschen an Bord der ALAN KURDI in Sicherheit.

ALAN KURDI: Rettungseinsatz

In den folgenden Tagen verschlechterte sich das Wetter wieder und es braute sich ein Sturm zusammen. Das Holzboot wäre in diesem Sturm in wenigen Minuten gekentert und alle an Bord wären ertrunken. Ihre Angehörigen hätten nie wieder von ihnen gehört.

Nachdem wir die Geretteten an Bord genommen hatten, begannen wir mit Erster Hilfe und verteilten Wasser und Nahrung. Da unsere Bitte bei europäischen Seenotleitstellen um einen sicheren Hafen tagelang vergebens blieb, verbrachten wir viel Zeit mit den geretteten Menschen. Wir lernten uns besser kennen, einige redeten viel und wollten ihre Geschichten teilen, andere waren zu traumatisiert, um zu sprechen. Aber wir haben uns angenähert und viele wertvolle Momente miteinander geteilt, die ich für immer im Herzen behalten werde.

Essensausgabe an Bord der ALAN KURDI

Unter diesen Umständen habe ich auch meinen Freund Alpha kennengelernt. Vom ersten Tag an bewunderte ich seinen Elan, seine optimistische Einstellung, seinen Humor und seine unglaubliche Weisheit angesichts seines jungen Alters. An Bord sagte er mir: „Alles was ich will, ist frei zu sein.“ Ich freue mich sehr, diesen jungen Mann noch heute meinen Freund nennen zu dürfen.

Ich freue mich auch sehr über die Tatsache, dass Alpha unserer Einladung, offizieller Taufpate unseres neuen Rettungsschiffs zu sein, gefolgt ist. Er erweist uns die Ehre, die SEA-EYE 4 zu taufen, die bald ins Mittelmeer entsendet wird. Die Aufgabe des neuen Rettungsschiffs wird es sein, Menschen, die wie Alpha auf der Suche nach Freiheit und Sicherheit sind, in den schwersten Stunden ihres Lebens zur Hilfe zu kommen.

Alpha Jor Barry

Ich war überglücklich, Alpha in den Tagen vor der Taufe wiederzusehen und zu wissen, dass er unsere Arbeit unterstützt. Es gibt mir das Gefühl, dass wir ganz genau auf dem richtigen Weg sind.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth spricht von einem großen Tag für die Menschenrechte

Die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye tauft am 28. Februar 2021 um 11 Uhr ihr neues, viertes Rettungsschiff offiziell auf den Namen SEA‑EYE 4. Die Schiffstaufe findet unter strengen Corona-Regeln in kleinem Kreis in der Werft statt, wo die SEA‑EYE 4 gerade zum Rettungsschiff umgebaut wird.

Die Taufe wird von Bundestagsvizepräsidentin und Sea‑Eye‑Mitglied Claudia Roth eröffnet. Ebenfalls vor Ort sind Vertreter*innen von United4Rescue, dem Bündnis zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung, das Kauf und Umbau des Rettungsschiffs maßgeblich finanziell ermöglichte.

Überlebender tauft das Schiff auf den Namen SEA‑EYE 4

Der Taufpate, Alpha Jor Barry, ist inzwischen 18 Jahre alt und gehört zu den ersten 17 Menschen, die durch die ALAN KURDI wenige Tage nach Weihnachten am 29.12.2018 gerettet worden sind. Zwei Jahre und zwei Monate später steht er an der Seite der Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, um das vierte Rettungsschiff der Regensburger Seenotretter*innen von Sea-Eye zu taufen.

Wenn die ALAN KURDI mich damals nicht gefunden hätte, wäre ich nicht mehr am Leben. Ein Sturm zog auf, den wir in unserem kleinen Holzboot nicht überlebt hätten. Ich freue mich sehr, dass Sea-Eye ein größeres Schiff in den Einsatz bringt, um noch mehr Menschen zu retten. Ich weiß, was es bedeutet, auf hoher See in einem kleinen Boot zu treiben. Ich wünsche jedem, dass ihm*ihr in so einer Situation Hilfe geleistet wird“, sagt Alpha Jor Barry, Taufpate der SEA‑EYE 4.

Alpha Jor Barry: Taufpate

Die Taufe wird von Claudia Roth eröffnet, die Sea-Eye seit Jahren als Mitglied unterstützt und regelmäßig zu Spenden aufrief.

Die Schiffstaufe der SEA‑EYE 4 ist dieser Tage ein wichtiges Zeichen für die Solidarität, die Humanität und für das praktische Eintreten für Menschenrechte. Da, wo die europäischen Regierungen ihrer Verantwortung nicht nachkommen, sind es die zivilen Seenotretterinnen und Seenotretter, die die Grundwerte der Europäischen Union und die Menschenrechte hochhalten“, sagt Claudia Roth, Bundestagsvizepräsidentin und Sea-Eye-Mitglied.

Claudia Roth: Bundestagsvizepräsidentin

Michael Schwickart, stellv. Vorsitzender von United4Rescue fügt hinzu: „Hinter der SEA‑EYE 4 stehen die über 700 Organisationen, die unser Bündnis United4Rescue versammelt und tausende von Spenderinnen und Spendern, die nicht tatenlos zuschauen wollen, wenn Menschen ertrinken. Auch dieses zweite Bündnisschiff schicken wir gemeinsam mit vielen.

Michael Schwickart: United4Rescue

Die wenigen Besucher*innen mussten negative Corona Tests vorlegen. Groß ist die Sorge, dass ein Ausbruch die Werftarbeiten zum Erliegen bringt. Mit Atemschutzmaske und Mindestabstand folgt die Werftcrew, die das Schiff seit Monaten zum Rettungsschiff umbaut, der Taufzeremonie.

Taufpate Alpha Jor Barry und SeaEye

Die ALAN KURDI, das dritte Rettungsschiff von Sea-Eye, rettete am 29.12.2018 den jungen Taufpaten aus Seenot. Alpha Jor Barry war zusammen mit 16 Personen mit einem kleinen Fischerboot aus dem Bürgerkriegsland Libyen geflohen und auf hoher See dem Mittelmeer ausgeliefert. Aus eigener Kraft hätte das kleine Holzboot keinen sicheren Ort erreichen können.

In der Einsatzcrew waren Jan Ribbeck, stellvertretender Vorsitzender, und Sophie Weidenhiller, heute Pressesprecherin von Sea-Eye, bei der Rettung von Alpha dabei. Beide hielten bis heute den Kontakt und unterstützen Alpha auf seinem Weg. Sie baten ihn, als einen der ersten Geretteten des dritten Sea‑Eye‑Schiffes, die Taufe des vierten Rettungsschiffs durchzuführen.

Alpha und ich blieben auch über die Rettungsmission Ende 2018 hinaus in Kontakt. Es hat sich eine Freundschaft entwickelt, die mir sehr viel bedeutet und ich freue mich, dass er nun unser viertes Rettungsschiff tauft“, sagt Jan Ribbeck, Vorstand bei Sea‑Eye e. V. „Alpha lebt und ist der Beweis dafür, was wir verlieren würden, wenn wir aufgeben würden und die Seenotrettung im zentralen Mittelmeer gänzlich zum Erliegen käme“, fügt Ribbeck hinzu.

Werftarbeiten an der SEA‑EYE 4

Die SEA‑EYE 4 ist das vierte und größte Rettungsschiff, das Sea-Eye bisher in den Rettungseinsatz entsandte. Sie ist das zweite Bündnisschiff, das maßgeblich durch das von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) initiierte zivile Seenotrettungsbündnis United4Rescue finanziert worden ist. Seit Oktober 2020 wird die SEA‑EYE 4 von hunderten Ehrenamtlichen zum Rettungsschiff umgebaut und soll im Frühjahr in den Einsatz starten.

Die Corona-Pandemie führt derzeit zu Verzögerungen durch Lieferschwierigkeiten und Mehrkosten im gemeinsamen Projekt von Sea-Eye und United4Rescue. Während United4Rescue bereits Spenden für die erste Mission des gemeinsamen Bündnisschiffes sammelt, benötigt Sea‑Eye noch Spenden für die Fertigstellung der aufwendigen Umbauarbeiten.

Bereits 169 Tote im Mittelmeer in 2021

Dass allein in diesem jungen Jahr bereits 169 Menschen im zentralen Mittelmeer ertrunken sind, ist schieres Versagen der europäischen humanitären Verantwortung. Die EU und die deutsche Bundesregierung stehen in der Pflicht, sich aktiv für den Schutz des Menschen- und Völkerrechts einzusetzen, statt weitere Tote billigend in Kauf zu nehmen.
Noch immer existiert keine europäisch finanzierte staatlich getragene zivile Seenotrettung, noch immer gibt es keine sicheren Zugangswege und noch immer keinen dauerhaften und solidarischen Verteilmechanismus für gerettete Menschen in Europa. Die konstanten Schikanen gegen die Seenotrettungsorganisationen, die Kriminalisierung der Retterinnen und Retter sind vor diesem Hintergrund unerträglich. Wer Menschenrechte schützt und überwacht muss sich auf die Unterstützung des Bundestages und der Bundesregierung verlassen können.
Den vielen Engagierten auf See, die sich jeden Tag mutig und unbeirrt dafür einsetzen, Menschenleben zu retten, gilt mein höchster Respekt und Dank. Heute ist ein großer Tag der Zivilgesellschaft, der Solidarität und der Menschenrechte
“, sagt Claudia Roth zur Taufe der SEA‑EYE 4.

In 2021 sind laut IOM bereits 169 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Die EU-Mitgliedsstaaten setzen weiterhin auf Abschottung und schaffen damit die tödlichste Grenze der Welt. Zeitgleich ermittelt die EU gegen die eigene Grenzschutzagentur FRONTEX wegen schwerster Menschenrechtsverletzungen.

Und ein Appell an Europa: „Flucht ist ein Menschenrecht“

Die ALAN KURDI wurde nach einer erfolgreichen Rettungsmission im September 2020 auf Sardinien festgesetzt. Bei mehreren Rettungseinsätzen rettete die Crew 133 Menschen, darunter 62 Minderjährige. Daraufhin verweigerten die EU-Staaten die Aufnahme der geretteten Menschen. Erst als die ALAN KURDI Kurs auf ihren Zielhafen Marseille nahm, forderte Italien das Rettungsschiff auf, in den Hafen von Olbia einzulaufen. Daraufhin setzte die italienische Küstenwache das Schiff zum zweiten Mal in 2020 fest. Gegen diesen Schritt hat Sea-Eye im Januar Klage eingereicht und wartet seitdem auf den ersten Gerichtstermin.

Joshua war als erster Offizier bei der Rettungsmission im September dabei und ist auch jetzt wieder auf der ALAN KURDI. Wir haben ihm drei Fragen gestellt:

Wie fühlt es sich an, Nachrichten über ertrunkene und vermisste Menschen im Mittelmeer zu lesen, wenn man sich an Bord eines einsatzfähigen Rettungsschiffs befindet und nicht auslaufen darf?

Es ist schwer, sich von solchen schrecklichen Nachrichten nicht überwältigen zu lassen. Die meisten Emotionen, die aufkommen, sind Verzweiflung, Ratlosigkeit und Wut.

Verzweiflung, weil ich weiß, dass wir sofort die Leinen loswerfen könnten, um Menschen in den Stunden ihrer größten Not beistehen zu können. Ich selber fühle mich machtlos, weil wir ein Spielball innerhalb der europäischen Politik sind. Diese scheint von rassistischen Denkmustern durchzogen zu sein. Anders kann ich mir das Sterben auf dem Mittelmeer nicht erklären.

Joshua, erster Offizier der ALAN KURDI

Ratlosigkeit, weil ich nicht weiß, wann und wie es mit der ALAN KURDI weitergeht. Dieses Schiff ist in den letzten 2 Jahren zu meinem zweiten Zuhause geworden und hat vielen Menschen das Leben gerettet sowie eine Chance auf einen Neuanfang in vermeintlicher Sicherheit ermöglicht.

Wut empfinde ich auf Europa und die heutige Gesellschaft. Ein Europa, das lieber das Risiko eingeht, Menschen ertrinken zu lassen, statt private NICHT-Regierungsorganisationen ihre Arbeit tun zu lassen. Eine Arbeit, die nicht durch private Vereine getätigt werden sollte, sondern in der Verantwortung der EU-Mitgliedsstaaten liegt.

Du hast an sechs Rettungsmissionen im Mittelmeer teilgenommen und mit Menschen gesprochen, die gerade dem sicheren Tod entgangen sind. Diese Menschen hatten versucht, in seenuntauglichen Booten das Mittelmeer zu überqueren, um Gewalt und Folter in Libyen zu entkommen. Wie haben diese Menschen die Zeit auf See in diesen Booten beschrieben?

Als wahr gewordener Albtraum. Mir wurde zum Beispiel davon erzählt, wie ein Boot insgesamt 4 Tage unterwegs war. Ohne Verpflegung, Kommunikationsmöglichkeit oder Sonnenschutz. Als wir die Menschen schließlich durch Zufall gefunden haben, waren viele der 60 Menschen bereits dem Verdursten nahe und kaum noch bei Bewusstsein. Später haben sie uns davon erzählt, dass Haie ihr Boot umkreist haben und Handelsschiffe an ihnen vorbeigefahren sind, ohne Hilfe zu leisten. Das ist etwas, was mir immer wieder berichtet wurde: Unterlassene Hilfeleistung von Handelsschiffen, falsche Versprechungen auf Proviant, Benzin und Kommunikationsmöglichkeiten seitens der libyschen Schleuser und pure Angst ums eigene Überleben.

Krankenstation der ALAN KURDI

Obwohl sich die meisten bewusst sind, auf was sie sich einlassen, wenn sie in solch ein Boot steigen, machen sie es jedoch ohne zu zögern, nur um der Hölle auf Erden namens Libyen zu entfliehen. Ich habe Menschen kennengelernt, die bereits mehrfach die Flucht über das Mittelmeer versucht haben und sich damit mehrfach bewusst in Lebensgefahr begeben haben, um in Europa ein bisschen Sicherheit zu finden. Die meisten Menschen, mit denen ich gesprochen habe, würden lieber sterben, als zurück nach Libyen zu gehen.

Was müssen die EU-Staaten tun, damit keine Menschen mehr über das Mittelmeer fliehen müssen?

Die Balkan Route muss geöffnet werden und alternative sichere Fluchtrouten geschaffen werden.

Eine Einreise per Flugzeug sollte möglich werden, um flüchtenden Personen die Möglichkeit zu geben, in den EU-Ländern ihrer Wahl Asyl zu beantragen.

Das neue EU-Migrations- und Asylpaket sollte dahingehend verändert werden, dass die Asylanträge von Personen geprüft werden, welche die erforderlichen fachlichen Kompetenzen vorweisen können wie Psycholog*innen, Menschenrechtsbeauftragte, Migrationsexpert*innen, Jurist*innen etc.

Ressourcenausbeutung in Ländern des Globalen Südens muss sofort gestoppt werden. Klimakatastrophen und Fluchtbewegungen gehen Hand in Hand. Bekämpft man aktiv den Klimawandel und sorgt für ein nachhaltiges Leben, ist dies auch ein erster Schritt gegen Fluchtbewegungen.

Waffen- und Rüstungsexporte in Krisengebiete müssen umgehend unterbunden und aufs Schärfste überwacht werden.

Die EU muss sich bewusst werden, dass sie für die Fluchtgründe der Menschen eine Mitverantwortung trägt und sie deshalb verpflichtet ist, diese zu bekämpfen. Postkoloniale Strukturen müssen aufgebrochen werden, Chancengleichheit ermöglicht und die Grundrechte von Menschen müssen über dem Wirtschaftswachstum stehen.

Zum Schluss hat Joshua noch einen dringenden Appell an die EU und ihre Mitgliedsstaaten.

Die EU muss Flucht als ein Menschenrecht ansehen und dementsprechend handeln. Schützt die Menschen und nicht die Grenzen!

Laut einem Artikel, der am 31. Januar in der Times of Malta veröffentlicht wurde, sind geflüchtete Menschen in Malta unter Aufsicht der maltesischen Behörden schwerer körperlicher und psychischer Gewalt, Misshandlungen und sogar Folter ausgesetzt.

Geflüchtete Personen, die in der Lyster-Kaserne und in der Safi-Haftanstalt inhaftiert sind, haben das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen (EASO) mit verstörenden Berichten über Missbrauch alarmiert.

Die maltesischen Behörden bestreiten jedoch über diese schweren Missbrauchsfälle informiert worden zu sein und verneinten auch, dass solche Misshandlungen in ihren Haftanstalten stattfinden, obwohl EASO-Beamt*innen angaben, die maltesischen Behörden sofort informiert zu haben.

Menschen, die aus Ländern wie Libyen geflohen waren und in maltesischen Lagern festgehalten wurden, berichteten von Schlägen und Prügel, die Verweigerung medizinischer Versorgung, gebrochene Zähne infolge körperlicher Gewalt und sogar Folter durch Stromschläge.

Der mit der Verhinderung von Folter beauftragte Ausschuss des Europarates (CPT) legte den maltesischen Behörden die Ergebnisse von einem sechstägigen Besuch im September 2020 vor: (.. .) Die vorläufigen Ergebnisse der Delegation wurden den maltesischen Behörden zusammen mit einigen Bemerkungen zum sofortigen Handeln vorgelegt. Ein vollständiger Bericht über den Besuch wird den maltesischen Behörden zu gegebener Zeit übermittelt.

Wie die Augenzeug*innenberichte jedoch deutlich zeigen, hat Malta keinerlei Schritte unternommen, um diese schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen zu stoppen, seit sie erstmals von EASO- und CPT-Beauftragten alarmiert wurden.

Sea-Eye ist über die Situation in maltesischen Haftanstalten entsetzt. Wir mussten in der Vergangenheit bereits gerettete Menschen nach Malta bringen, da Malta als sicherer Ort galt, und äußern daher größte Besorgnis und Empörung über diese grausamen Zustände. Die Berichte über den schweren Missbrauch von schutzsuchenden Menschen sind entsetzlich und wir fordern, dass diese Zustände sofort beendet werden!

Einer der schutzsuchenden Menschen, die durch ein Sea-Eye-Rettungsschiff nach Malta gebracht worden sind, ist Joseph*, der immer noch dort lebt.

Über seine persönlichen Erfahrungen in Malta sagt er: „Ich wurde ohne Grund aus den Lagern geworfen. Zu dieser Zeit war es Winter, stellen Sie sich vor, ich kannte damals niemanden hier in Malta. Ich musste mit meiner Tasche in der Kälte schlafen. Hier in Malta passiert viel. Die Einwanderer*innen hier sind nicht in guter Verfassung, aber sie haben keine Stimme und auch wenn sie eine hätten, wen kümmert es? Malta stellt Bedingungen an den Schutz von Menschen, der aber ein Menschenrecht ist.

Geretteter an Bord der ALAN KURDI

Europa könnte so vieles besser machen – warum tun wir das nicht? Warum kümmern wir uns nicht um die Menschen, wie Joseph es sagt?“, fragt Sophie Weidenhiller, Sprecherin von Sea-Eye.

Sea-Eye weigert sich zu akzeptieren, dass Menschen, die vor Kriegen, Folter und Gewalt geflohen sind, daraufhin durch europäische Behörden der gleichen Art von Misshandlung und Missbrauch ausgesetzt werden. Wir verurteilen alle Menschenrechtsverletzungen aufs Schärfste – egal ob sie außerhalb oder innerhalb Europas verbrochen werden. Wir werden uns weiterhin für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen, wann und wo immer dies notwendig ist.

Joseph* floh ursprünglich vor Gewalt und Verfolgung in Zentralafrika, wurde im Bürgerkrieg in Libyen misshandelt und schließlich von Sea-Eye aus Seenot im Mittelmeer gerettet und in Malta an Land gebracht.

*Sein Name und die sensiblen Details seiner Geschichte wurden zu seiner Sicherheit redigiert.
Bei den Fotos in diesem Artikel handelt es sich um Symbolbilder.

Spendenziel erreicht: Kauf und ein Großteil des Umbaus der SEA-EYE 4 gesichert

Die Finanzierung des Kaufs und ein großer Teil der Umbaukosten des neuen Rettungsschiffes SEA-EYE 4 sind gesichert – jetzt gilt es das Schiff schnellstmöglich in den Einsatz zu bringen. Im November 2020 riefen United4Rescue, das Bündnis für die zivile Seenotrettung, und die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye e. V. gemeinsam zu Spenden für ein weiteres Rettungsschiff auf. Das Ziel der Spendenkampagne „Drowned Requiem“ lag bei 434.000 € – das ist nun erreicht. United4Rescue ermöglicht damit nicht nur den Kauf des Schiffes, sondern beteiligt sich auch maßgeblich am Umbau der SEA-EYE 4.

„Wir freuen uns sehr, dass die Spendensumme so schnell zusammengekommen ist. Dadurch sind wir auf der Zielgeraden und können schon bald wieder ein Rettungsschiff in den Einsatz schicken, um Menschenleben im Mittelmeer zu retten“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e. V.

„Wir sind sehr dankbar dafür, so großartige Unterstützer:innen an unserer Seite zu haben. Innerhalb von wenigen Wochen konnten wir so das Spendenziel für die SEA-EYE 4 erreichen. Das zeigt auch, wie viele Menschen es in unserem Land gibt, die dem Sterben im Mittelmeer nicht tatenlos zuschauen wollen“, sagt Michael Schwickart aus dem Vorstand von United4Rescue.

Mehrkosten für internationalen SOLAS-Standard

Die Arbeiten an der SEA-EYE 4 sind in den letzten Monaten trotz der Pandemie sehr gut vorangekommen, sodass Sea-Eye entschieden hat, die SEA-EYE 4 nach dem sogenannten „SOLAS-Standard“ zertifizieren zu lassen. Dieser Standard wird es ermöglichen, höhere Sicherheitsanforderungen für die Crew und die Geretteten zu erfüllen. Die letzten Umbaumaßnahmen dafür sollen im Februar enden. Dazu benötigt Sea-Eye noch 350.000 € Spenden.

Werftarbeiten auf der SEA-EYE 4

SEA-EYE 4 voraussichtlich ab Frühjahr 2021 im Einsatz

Aktuell befindet sich die SEA-EYE 4 für umfassende Umbauarbeiten in einer Werft. Das ehemalige Offshore-Versorgungsschiff (Baujahr 1972) ist mit 55 m Länge und 11 m Breite deutlich größer und besser ausgestattet als die ALAN KURDI, das derzeitige Rettungsschiff von Sea-Eye.

„Die SEA-EYE 4 ist aufgrund ihrer Bauweise ideal für Rettungseinsätze geeignet und bietet alles, was wir benötigen – wir danken mehr als 200 ehrenamtlichen Werfthelfer:innen für die unschätzbar wertvolle Arbeit der vergangenen Monate“, sagt Dominik Reisinger, technischer Vorstand von Sea-Eye e. V.

Werftarbeiten auf der SEA-EYE 4

Das neue Rettungsschiff soll am 28.02.2021 offiziell getauft und daraufhin ins Mittelmeer überführt werden. Von dort aus wird die SEA-EYE 4 voraussichtlich im Frühjahr 2021 in den ersten Einsatz starten. United4Rescue möchte Sea-Eye auch bei dieser Aufgabe unterstützen und wird in den kommenden Wochen Spenden für die erste Rettungsmission sammeln.

„Die letzten Wochen haben wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, zivile Rettungsschiffe in den Einsatz zu schicken. 2021 sind bereits 124 Menschen auf ihrer Flucht im Mittelmeer ertrunken, zahlreiche wurden von der libyschen Küstenwache zurück nach Libyen gebracht. Deshalb unterstützen wir Sea-Eye natürlich auch weiterhin dabei, die SEA-EYE 4 so schnell wie möglich in den Einsatz zu bringen und Menschenleben zu retten“, so Schwickart.

Weiteres ziviles Rettungsschiff dringend notwendig

Die Lage auf dem Mittelmeer ist nach wie vor dramatisch. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union ignorieren weiterhin ihre staatliche Pflicht zur Seenotrettung – und das obwohl mangels sicherer, legaler Fluchtwege immer noch tausende Menschen die lebensgefährliche Flucht über das Mittelmeer wagen. Die zivile Seenotrettung versucht nach Kräften dieses politische Versagen aufzufangen. Dabei ist es für die Rettungsorganisationen unmöglich das große Suchgebiet abzudecken, zumal die Rettungsschiffe immer wieder aus politischen Gründen behindert und festgesetzt werden. So befand sich im letzten Jahr teils über viele Wochen kein einziges Schiff im Einsatz. United4Rescue setzt sich daher nicht nur für den Kauf neuer Schiffe ein, sondern unterstützt Rettungsorganisationen auch dabei, festgesetzte Schiffe wieder freizubekommen. So konnte, auch dank der Unterstützung von United4Rescue, erst vor kurzem das Rettungsschiff OCEAN VIKING von der Organisation SOS Méditerranée wieder in den Einsatz gehen und 798 Menschen in Sicherheit bringen.

„Leider ertrinken auch weiterhin fast täglich Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer und Europa schaut weiter tatenlos zu. Wir unterstützen diverse Seenotrettungsorganisationen sowohl finanziell als auch politisch – dafür sind wir auch 2021 weiter auf Spenden angewiesen“, so Schwickart.

Hans und Susanne Sigl unterstützen das neue Rettungsschiff SEA-EYE 4

Der österreichische Schauspieler Hans Sigl, unter anderem bekannt durch die ZDF-Serie „Der Bergdoktor“, spielte am Samstag, dem 30. Januar 2021, mit seiner Frau Susanne in der ARD-Show „Das Quiz mit Jörg Pilawa“ im Prominenten-Special für den guten Zweck. Am Ende gewann das Paar 30.000 €, die sie der Regensburger Seenotrettungsorganisation Sea-Eye zukommen lassen.

Der Betrag wird von Sea-Eye für die Ausrüstung des neuen Schiffs SEA-EYE 4 verwendet werden, das sich zurzeit in der finalen Umbauphase zum Rettungsschiff befindet. Für die letzten Meter der Umbauarbeiten ist Sea-Eye immer noch auf Spenden angewiesen, denn die SEA-EYE 4 soll schon Anfang März ins Mittelmeer überführt werden und von dort möglichst schnell in den ersten Einsatz starten.

Hans Sigl

Ich unterstütze die Arbeit von Sea-Eye im Mittelmeer, da wir niemals akzeptieren dürfen, dass Menschen spurlos verschwinden“, sagt Hans Sigl zu seinem Engagement für Sea-Eye.

Im Jahr 2021 sind schon mindestens 105 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Unsere Hilfe wird dringend benötigt. Wir danken Hans und Susanne Sigl für ihre großartige Unterstützung, damit wir die SEA-EYE 4 möglichst bald in den Einsatz schicken können“, so Kai Echelmeyer von Sea-Eye e. V.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) engagiert sich schon seit einigen Jahren in der Seenotrettung und unterstützt verschiedene Seenotrettungsorganisationen, darunter auch Sea-Eye e. V., regelmäßig finanziell. Mit der Gründung des Bündnisses für zivile Seenotrettung – United4Rescue (Gemeinsam Retten e. V.) – wurde dieses Engagement noch sichtbarer, weil sich hunderte zivile Akteur*innen in diesem Bündnis versammelten. Gemeinsam wurde das erste Bündnisschiff SEA-WATCH 4, das mehr als 300 Menschen vor dem Ertrinken rettete, in den Einsatz geschickt.

Nun haben drei (Erz-) Bistümer, München und Freising, Paderborn und Trier, verkündet, dass sie dem zweiten Bündnisschiff SEA-EYE 4 mit einer gemeinsamen Spende und Erklärung Rückenwind geben werden. Aber auch das Engagement der katholischen Kirche ist nicht neu. Einzelne (Erz-) Bistümer unterstützen die zivilen Seenotretter*innen schon seit mehreren Jahren.

So stellte das Bistum Regensburg für Sea-Eye Ressourcen in der Krisenberatung und Traumabewältigung für Sea-Eye-Crews zur Verfügung. Das Bistum Hildesheim unterstützte Sea-Eye finanziell und die Caritas Hildesheim entwickelte das 11. Gebot „Du sollst nicht ertrinken lassen“ zur Unterstützung der Seenotrettung und sammelte Spenden für Sea-Eye.

Kardinal Reinhard Marx unterstützt seit 2018 die Rettung von Menschenleben im Mittelmeer mit Spenden an die Seenotrettungsorganisationen Mission Lifeline, SOS Méditerranée, United4Rescue und Sea-Eye. Das Erzbistum Paderborn ist seit 2019 an der Seite von Sea-Eye aktiv und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Sea-Eye’s Rettungsschiff ALAN KURDI in einer Zeit einsatzbereit blieb, als Matteo Salvini praktisch die gesamte Seenotrettung lahmlegte. Mit der finanziellen Unterstützung aus Paderborn rettete Sea-Eye hunderte Menschenleben.

Generalvikar: Alfons Hardt

Die wiederholte Unterstützung des Erzbistums Paderborn begründet Generalvikar Alfons Hardt: „Als Christen können wir nicht anders, als Menschen in Not zu helfen. Wir dürfen und wollen Menschen nicht ertrinken lassen. Die Unterstützung der Seenotrettung ist ein bewusstes Zeichen des gelebten Glaubens. Jeder Mensch ist von Gott als sein Ebenbild geschaffen. Jedes Menschenleben ist gleich viel wert. Das ist unser Verständnis von der unverlierbaren Menschenwürde ohne Ansehen der Person. Da ist uns unser Glaube Auftrag und Pflicht.

Er ist stärker als alle Angst und Verunsicherung und führt auch zu weiterem christlichem Engagement bei der Hilfe für Flüchtlinge bis hin zu ihrer Integration. Auch symbolische Taten und kleine Beiträge zur Unterstützung sind wichtig. Sicher können wir die Welt nicht retten. Aber es ist schon viel gewonnen, wenn wir das tun, was wir können. Wie es aktuell aussieht, müssen wir das auch weiterhin. Denn solange keine tragfähigen politischen Lösungen für eine wirksame Seenotrettung im Mittelmeer und gegen die eigentlichen Ursachen der Fluchtbewegungen gefunden sind, bleibt es unverzichtbar, sich als Christ für seine Mitmenschen in Not einzusetzen und sie vor dem Ertrinken zu retten.“

Immer mehr Institutionen und Akteur*innen versammeln sich hinter den Seenotretter*innen. Diesem Unterstützerkreis hat sich nun auch das älteste deutsche Bistum in Trier angeschlossen. So schreibt Dr. Ulrich von Plettenberg, Generalvikar im Bistum Trier, zum aktuellen Engagement des Bistums für die SEA-EYE 4:

Generalvikar: Dr. Ulrich von Plettenberg

„Wir setzen uns für die Bewahrung des Lebens zu jeder Zeit ein. In diesem Fall geht es darum, Leben zu retten. Wir können nicht tatenlos zusehen, wie quasi vor unserer Haustüre Menschen ertrinken. Den Verein Sea-Eye mit seinem Vorsitzenden Gorden Isler habe ich als glaubwürdige, uneigennützige und weltoffene Gruppe kennengelernt. Das Thema Seenotrettung bewegt viele Menschen im Bistum Trier. Das zeige das vielfältige Engagement etwa verschiedener Jugendgruppen, Pfarreien und Dekanate, Verbände oder des Katholikenrats im Bistum Trier. „Bei allen wichtigen innerkirchlichen Themen dürfen wir den Blick über den Tellerrand hinaus nie vergessen.“

Die gemeinsame Erklärung und die Spenden aller drei (Erz-) Bistümer an Sea-Eye sind ein wichtiges, sichtbares Signal an die eigene Kirche, an die Politik, an die Gesellschaft und an ein wachsendes Bündnis hinter den zivilen Seenotretter*innen. Wie die evangelische Pastorin Sandra Bils im Jahr 2019 unmissverständlich und klar formulierte: „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt!“